Für einen Preis vorgeschlagen Jugendherberge Lingen ist Spitze bei der Nachhaltigkeit

Von Wilfried Roggendorf

Umweltpädagoge Klaus Hilling ist für das nachhaltige Bildungsangebot der Lingener Jugendherberge zuständig. Hier demonstriert er, wie die Gäste am Mikroskop die Wasserqualität des benachbarten Dieksees prüfen können. Foto: Wilfried RoggendorfUmweltpädagoge Klaus Hilling ist für das nachhaltige Bildungsangebot der Lingener Jugendherberge zuständig. Hier demonstriert er, wie die Gäste am Mikroskop die Wasserqualität des benachbarten Dieksees prüfen können. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. 32 Jugendherbergen im Nordwesten sind gemeinsam für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Dazu trägt die Jugendherberge in Lingen entscheidend bei. In einem internen Ranking der Bremer und niedersächsischen Jugendherbergen zur Nachhaltigkeit belegt sie Platz eins.

Babette Pieper, Leiterin Qualitäts- und Projektmanagement bei den Jugendherbergen (JH) im Nordwesten, ist aufgeregt: „Der Preis wird am 28. November in Düsseldorf vergeben. Und niemand weiß vorher, wer ihn bekommen wird.“ Über 600 Kommunen und Unternehmen hätten sich bundesweit um die Auszeichnung beworben. „Das ist ein wenig wie bei der Oscar-Verleihung“, fiebert Pieper dem Ereignis – das passende Outfit muss sie sich noch besorgen – entgegen.

Anna Schröder-Haberland, Leiterin der Lingener JH, freut sich besonders über die Nominierung. Sie sieht sich in ihrem Konzept bestätigt, eine Vollzeitstelle für einen pädagogischen Mitarbeiter eingerichtet zu haben. „Denn Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ökologisch zu sein“, erklärt sie übereinstimmend mit Pieper den Begriff. „Hinter Nachhaltigkeit verbergen sich Kriterien wie Gästezufriedenheit, soziales Engagement, der ökologische Fußabdruck (gemessen am CO2-Austoß der JH je Übernachtung) und das Bildungsangebot für nachhaltige Entwicklung.

Spitzenwerte erreicht die Lingener JH in allen Bereichen. Für die Bestnoten beim Bildungsangebot zeichnet Umweltpädagoge Klaus Hilling verantwortlich. Beispiele: „Beim ‚Wasserdetektiv‘ analysieren wir mit Grundschülern das tierische Leben im Dieksee und die Qualität des Gewässers. Das Programm ‚Fit drauf‘ fördert die Gesundheits- und Sozialkompetenz der Gäste. ‚Benimm ist in‘ stärkt das Verhalten in der Gesellschaft.“

Schröder-Haberland bezeichnet die „individuelle Programmgestaltung“ als große Stärke ihres Hauses. Eine Meinung, der sich Pieper anschließt: „Die JH Lingen war immer schon ein Impulsgeber und eine Ideenwerkstatt im Programmbereich des Deutschen Jugendherbergsverbandes, was die Bildung im Bereich der Nachhaltigkeit angeht.“

Nur Holzfenster

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist, so Schröder-Haberland, schon beim Bau 1994 berücksichtigt worden. „Wir haben nur Holzfenster. Es gibt ein 20000 Liter fassendes Regenwasser-Auffangbecken, aus dem ein Teil der Toilettenspülungen gespeist wird. Eine Solarthermieanlage auf dem Dach sorgt für warmes Wasser.“ Qualitätsmanagerin Pieper ist sowohl von der ökologischen Ausrichtung der JH als auch dem Bildungsangebot angetan: „Die hat sich ihren Ruf erarbeitet.“