Frühförderung zum Oboisten Auch private Kontakte in Emsbüren gefunden


Emsbüren. Wie bedeutend die Meisterkurse im Rahmen der Emsbürener Musiktage für junge ausländische Musiker sind, beweist die Teilnahme des 17-jährigen Michail aus Weißrussland, der von seinen Eltern begleitet worden ist.

Neugierig blicken sich Elena und Georgij Waschkiewitsch in der Aula der Liudger-Realschule in Emsbüren um. Für das Ehepaar aus Weißrussland ist alles neu, sie mustern verstohlen die Gäste, die nach und nach die Plätze besetzen.

Dann beginnt das Konzert mit den Teilnehmern der Meisterkurse der Emsbürener Musiktage. Die jungen Musiker spielen in verschiedenen Besetzungen, ein Oboist ist dabei, und sobald er sein Instrument ansetzt, verklären sich die Gesichter des Ehepaars. Georgij richtet seine Kamera auf den Musiker, Elena schaut ihn stolz lächelnd an. Es ist ihr Sohn Michail, und die Eltern sind mit ihm die 1300 Kilometer von Grodno in der Nähe der polnischen Grenze nach Emsbüren gekommen.

Nicht zum ersten Mal haben die Waschkiewitschs eine weite Reise mit Michail auf sich genommen. Seit zehn Jahren begleiten die Eltern die Musikkarriere ihres jüngsten Sohnes. „Schon im Kindergarten zeigte er die Liebe zur Musik , er sang gerne und tanzte“, erzählt Elena. Mit sieben Jahren ging Michail zur Musikschule, und beim Instrumententest wurde sein Talent für Oboe entdeckt.

Schon ein Jahr später spielte er in einem Konzert des Stadtorchesters mit, bald folgten Konzerte in verschiedenen Städten Weißrusslands, aber auch in der Ukraine und in Polen. Im Jahr 2010 wurde der damals 13-jährige Oboist zu einem Festival junger Talente nach Bayern eingeladen. Die Eltern sind immer dabei. Da sie selbstständig sind, können sie es meistens einrichten. Manchmal fährt Elena alleine mit. „Er ist ja noch so klein“, meint sie und schaut ihren 1,82 Zentimeter großen Sohn zärtlich an. Der schlaksige 17-Jährige hört es nicht gerne. „Für die Eltern bleiben sie immer klein“, bemerkt die Mutter entschuldigend und erzählt, dass Mischa (Koseform von Michail) als einziger in der Familie so musikalisch sei.

Die drei älteren Söhne – ein Jurist und zwei Bauingenieure – hätten keine künstlerischen Ambitionen, genauso wenig wie die Eltern. Sie ist ausgebildete Allgemeinärztin, arbeitet aber seit sieben Jahren in der Baufirma ihres Mannes, eines Bauingenieurs.

Die Eltern unterstützen Mischa und lernen dabei fremde Städte und Länder kennen. In Deutschland sind sie zum zweiten Mal und staunen immer wieder über die glatten Straßen, die schönen Häuser und Gärten. „Hier sind so viele schöne Cafés“, schwärmt Elena, und Georgij wundert sich, dass die Menschen so gelassen sind. „Bei uns herrscht viel mehr Hektik“, stellt er fest und fügt hinzu: „Wir hätten auch nicht gedacht, dass die Deutschen so freundlich sind.“ Zufällig haben die Waschkiewitschs das Ehepaar Bogumila und Georg Winkler aus Lingen kennengelernt, die Polnisch sprechen und sich mit den Weißrussen verständigen können. Gemeinsam haben sie einiges unternommen, sodass nicht nur Michail spannende Tage in Emsbüren erlebt hat.

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