Konsens im Fachausschuss Stadt Lingen lehnt Entwurf der Landesraumordnung ab

Von Burkhard Müller

Gegen die geplante Trassenführung der 380-kV-Höchstspannungsleitung durch das Naturschutzgebiet in Wachendorf sprach sich der Planungs- und Bauausschuss  aus. Foto: dpaGegen die geplante Trassenführung der 380-kV-Höchstspannungsleitung durch das Naturschutzgebiet in Wachendorf sprach sich der Planungs- und Bauausschuss aus. Foto: dpa

Lingen. Nach wie vor findet der Entwurf des neuen Landesraumordnungsprogramms (LROP) bei der Stadt Lingen keinen Beifall. Parteiübergreifend ist im Planungs- und Bauausschuss (PBA) der Stadt Lingen deshalb beschlossen worden, diesen Entwurf in Teilen abzulehnen. Diskutiert werden soll die Problematik noch einmal am 26. November ab 16 Uhr im Rat der Stadt.

Erste Stellungnahmen im PBA vom Ausschussvorsitzenden Günter Reppien (CDU), seiner Stellvertreterin Edeltraut Graeßner (SPD) und der Grünen-Ratsfrau Birgit Kemmer machten aber schon vorab deutlich, wohin die Reise gehen wird. Lingen, als Mittelzentrum mit oberzentralen Aufgaben eingestuft, ist nach wie vor bemüht, Oberzentrum zu werden. Einige Kapitel im LROP würden diesem Anspruch, ließe man sie so stehen, entgegenstehen, wenn nicht sogar zunichtemachen, hieß es.

Bevor die Politik zu Wort kam, ließ schon Stadtbaurat Lothar Schreinemacher den Ausschuss wissen, dass auch die Stadtverwaltung das Thema „Oberzentrum“ im Fokus habe. „Wir wollen Oberzentrum werden, auch wenn die Stadt Lingen keine 100000 Einwohner in ihren Grenzen hat“.

Gegen Trassenführung

Als Beispiele, die für die Bezeichnung „Oberzentrum“ sprechen, nannte der Dezernent die Emslandarena, eine funktionierende Krankenhauslandschaft und eine hervorragende Entwicklung der Hochschule. „Zählen wir all das zusammen, heben wir uns in Sachen Versorgungsstruktur von den anderen Mittelzentren in der Region deutlich ab“, resümierte Schreinemacher.

In die gleiche Kerbe schlug auch Ausschussvorsitzender Reppien. Er kritisierte, dass sich das Land in die Siedlungsstruktur der Stadt einmischen wolle, Offenbar sei das Landesraumordnungsprogramm „vom grünen Tisch aus zusammengestückelt“ worden. Es müsse doch nach wie vor für eine Kommune möglich sein, auch eine „angemessene Entwicklung“ nach außen zu betreiben, weil die Ortsteile nicht abgekoppelt werden dürften. „Für großflächiges Gewerbe oder Industrie ist es in der Stadt doch gar nicht möglich, sich weiterzuentwickeln, weil es im Innenbereich dafür keine Brachflächen gibt“, monierte Reppien.

Zudem sprach sich der Christdemokrat auch gegen die geplante Trassenführung der 380-kV-Höchstspannungsleitung durch das Naturschutzgebiet in Wachendorf aus. „Auf der einen Seite stellen wir uns gegen die Planungen einiger Landwirte, in diesem Quartier einen Windpark anzulegen und auf der anderen Seite soll hier eine 380-kV-Trasse angelegt werden. Wem sollen wir das denn noch klarmachen?“, fragte Reppien in die Runde.

Auch die Sozialdemokratin Graeßner machte deutlich, dass man das LROP noch einmal diskutieren müsse, weil darin für die Stadt Lingen viele Ungereimtheiten enthalten seien.

Birgit Kemmer von den Grünen fragte in die Runde, ob es richtig sei, dass der Kanal für die geplanten „übergroßen Großmotorgüterschiffe“ aufgeweitet werden müsse.

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