Comedian hinterfragt das Leben Sebastian Pufpaff wortgewandt im Lingener Theater

Von Meike Blunk


Lingen. Der 2010 mit dem Prix Pantheon ausgezeichnete Kabarettist Sebastian Pufpaff hat mit seinem Soloprogramm „Warum“ die Besucher im Theater an der Wilhelmshöhe begeistert und mit scharfsinnig wortgewandten Denkanstößen und einer großen Portion mimikreichem Charme für einen unterhaltsamen Abend gesorgt.

Von Beginn an gelang es Pufpaff , mit dem Publikum in einen feinsinnigen Dialog zu gehen, ohne dabei sein sehr gut aufeinander aufbauendes Programm einfach nur abzuspulen. Er nutzte die Vorbühne des Theaters, um seinem Publikum, zu dem der Funke sofort übersprang, näher sein zu können. Sehr humorvoll erzählte er, dass sein Nachname Pufpaff dafür gesorgt habe, dass er in seiner Kindheit und Jugendzeit stets ausgelacht worden sei, sodass er sich relativ früh mit der Frage nach der eigenen Lebensgestaltung konfrontiert sah. Da er nicht depressiv werden wollte, verbündete er sich mit dem humorvollen Umgang. Heute ist er seinem Namen fast dankbar, da dieser ihn zur Comedy gebracht habe. Weitere Wege zu seiner ganz eigenen augenzwinkernden Comedy-Art liegen in seiner individuellen Sicht auf die Dinge und das Leben begründet. Pufpaff ist jemand, der gern gesellschaftspolitische Verhältnisse hinterfragt. Die Studiengänge Politikwissenschaft, Soziologie und Staatsrecht taten dabei ihr Übriges.

Für Pufpaff gibt es keine blöden Fragen, nur doofe oder unzureichende Antworten. „Mein ganzes Leben ist eine Frage“, verkündete er. Seiner Meinung nach ist in unserem Land nicht alles in Ordnung, da Frauen immer noch 20 Prozent weniger verdienen als Männer und generell eine sehr fragwürdige Geldverteilung stattfinde. Das verdichtete er mit den Stichworten „Berliner Flughafen“ und „Stuttgart 21“. Das Hinterfragen und eigene Standpunkte einnehmen sind für Pufpaff eine elementare Herzensangelegenheit. „Wir müssen Fragen stellen!“

Darüber hinaus glaubt er, dass wir wieder mehr im Moment leben sollten, so wie Kinder. Kinder, die jedoch allzu gern, wie Pufpaff beobachte, an Wochenenden bei Ikea ins Spielparadies geschickt würden, während ihre Eltern zum Shoppen fahren. Nachdem einige Kinder dort schon mal vergessen wurden, muss nun bei der Abgabe des Kindes ein Pfand hinterlegt werden.

Weiße Schläppchen

Dass er sich Comedian und Kabarettist nennen darf, verdanke er auch seiner Mutter, die ihm als Kind für die rhythmische Sportgymnastik weiße anstelle von schwarzen Schläppchen gekauft habe. Der Mut zum Originellen wurde ihm quasi mit in die Wiege gelegt. Pufpaff ließ in der Zugabe das Publikum auf wunderbare Weise an dieser charakterbildenden Kindheitssituation teilhaben. Er tanzte in weißen Schläppchen und hautfarbenem Gymnastikanzug. Damit brachte er das Publikum vollends zum Lachen. Voluminöser Applaus folgte.

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