„Minus Taurus“ im Burgtheater Duo zwischen Besitz und Zerstörung in Lingen

Von Selina Sprick

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Ruhe kehrt nach einem heftigen Streit ein. Foto: Selina SprickRuhe kehrt nach einem heftigen Streit ein. Foto: Selina Sprick

Lingen. Eine Priesterin trifft auf einen Baumeister, eine Herrscherin auf einen Exilanten und eine Frau auf einen Mann. Dass hier Chaos und Machtgehabe absehbar sind, hat das Performanceduo „Teatur“ im Lingener Burgtheater gezeigt.

In Stück „Minus Taurus“ tritt eine Frau in weißem Gewand vor das Publikum, das an diesem Abend hauptsächlich aus Theaterpädagogik-Studenten besteht. Auf einem Turm aus Steinen findet sie ein frisches Brot vor. Angestrengt schneidet sie es in zwei Hälften. Kaum ist die Frau weg, tritt ein Mann auf die Bühne. Das Brot traut er sich nicht anzufassen. Stattdessen beginnt er damit, die Steine auf der gesamten Bühne zu verteilen und damit den Turm zu zerstören.

Es kommt zum Streit zwischen ihm und der Frau, die bei ihrer Wiederkehr über das Chaos entsetzt ist. Zur Entschuldigung reicht er ihr ein rotes Wollknäuel, das schließlich komplett ausgerollt wird.

Mittlerweile haben beide Darsteller ihre Oberteile ausgezogen und kommen sich langsam näher. Ein zaghafter Kuss, dann herrscht erneut Unruhe. Die eine versteckt sich unter ihrem Gewand, der andere versucht der Situation zu „entfliegen“. Doch das Stück hat ein gutes Ende: Es ist ein kleines Quietscheentchen, dass die beiden Darsteller zu guter Letzt vereint.

Nadine Giese und Anders Zettelmann bewegen sich in ihrem Stück mal langsam, mal hastig. Ihre Interaktionen, ohne Worte, faszinieren das Publikum einerseits und bringen sie andererseits zum Lachen. Nach einer guten halben Stunde gibt es für diese Leistung reichlich Applaus.


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