Comedian in der Emslandarena Mittermeier spricht in Lingen über Blackouts

Von Johanna Lügermann

Ausfälle bieten Zeit für Experimente, meint Michael Mittermeier bei seinem Auftritt in der Emslandarena. Foto: LügermannAusfälle bieten Zeit für Experimente, meint Michael Mittermeier bei seinem Auftritt in der Emslandarena. Foto: Lügermann

Lingen. Alle Lichter gehen aus, plötzlich ist es dunkel. Was dann passiert, untersucht Michael Mittermeier in seinem Programm „Blackout“. Am Donnerstag zeigte er in der Emslandarena, wie lustig die Folgen von Strom-, Internet- oder ganz persönlichen Ausfällen sein können.

johl Lingen. Alle Lichter gehen aus, plötzlich ist es dunkel. Was dann passiert, untersucht Michael Mittermeier in seinem Programm „Blackout“ . Am Donnerstag zeigte er in der Emslandarena, wie lustig die Folgen von Strom-, Internet- oder ganz persönlichen Ausfällen sein können.

Einen Blackout kennt jeder, meint der 47-jährige Comedian – in der Schule, im Bett oder durch Alkohol verursacht. Der letzte Fall sei der „klassische Blackout“, der dazu führe, dass immer wieder Leute behaupten, von Aliens entführt worden zu sein. In Wahrheit seien es jedoch Freunde, die Experimente an den Ahnungslosen vornehmen. Es gebe schon ungewollte Berühmtheiten durch diese Art des Blackouts: „Wenn man sich früher bei einer Betriebsfeier betrunken hat, konnte man höchstens seinen Job und ein paar Freunde verlieren. Heute wird man vielleicht ein Star auf Youtube.“

Besonders gut könne man die Folgen solcher Ausfälle auf dem Oktoberfest, „dem ersten Massenblackout mit 6,5 Millionen Menschen“, beobachten. Dabei sei nicht zu erkennen, ob in den Lederhosen ein Deutscher, Engländer oder Japaner stecke.

Zu einem wiederkehrenden Thema machte Mittermeier, der aus Bayern stammt, die Kultur seiner Heimat. Er verglich nicht nur Dirndl mit Leberkäs, sondern berichtete auch aus seiner Jugend im Dorf. Dort machte er eigene Erfahrungen mit alkoholbedingten Ausfällen. Doch nicht nur mit dieser Art der Blackouts hat der Comedian Erfahrung. Er weiß: Auch Angst kann sie verursachen. Mittermeier, der sich vor Zombies fürchtet, meidet deshalb die Volksmusik.

Außer den eigenen Blackouts beobachtete er ähnliche Momente bei Politikern und anderen Prominenten: Wie sonst ließe sich erklären, dass von der Leyen noch immer die Familienministerin gibt und Sarah Conner ihre Tochter Delphine Malou nennt?

Mittermeier, der auch in England auf Tour war, möchte das hartnäckige Vorurteil wiederlegen, Deutsche hätten keinen Humor. Ein Blick in die gängigen Sprichwörter half ihm dabei nicht: „Spaß muss sein“, „Schluss mit lustig“ oder „sich totlachen“ seien keine guten Ansätze. „Deutscher Comedian klingt für Engländer wie russischer Menschenrechtsausschuss – ein Paradoxon.“

Wie weit der Humor des Publikums tatsächlich geht, testete Mittermeier immer wieder aus. Darf über Natascha Kampusch , Josef Fritzl und Fukushima gelacht werden? Die Zuschauer waren sich nicht immer einig. Fest stand am Ende jedoch, dass die Folgen eines Blackouts nicht ausschließlich negativ sind, die Ausfälle bieten auch Zeit für Experimente.