Weiterer Zuzug erwartet Wohnungen für Flüchtlinge im Raum Lingen gesucht

Von Ludger Jungeblut

Das Terrassenhaus an der Hauptstraße in Spelle beherbergt seit einigen Monaten 18 Mietwohnungen. Foto: Stefan HoltkötterDas Terrassenhaus an der Hauptstraße in Spelle beherbergt seit einigen Monaten 18 Mietwohnungen. Foto: Stefan Holtkötter

Lingen. In den Samtgemeinden und Einheitsgemeinden im Altkreis Lingen gibt es noch genügend Mietwohnungen. Bislang konnten auch alle Flüchtlinge untergebracht werden. Durch den weiteren Zuzug dieser Schutz suchenden Menschen werden jedoch weitere Mietwohnungen benötigt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unserer Redaktion.

SpellesSamtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf betonte, dass die Samtgemeinde seit einigen Jahren eine sehr starke Nachfrage nach Mietwohnungen verzeichne. 81 Mietwohnungen seien seit dem Jahr 2010 allein im Ortskern von Spelle errichtet worden. Auch in den kommenden Jahren setze sich dieser positive Trend fort. Hummeldorf zufolge verwirklichen verschiedene Investoren in Spelle insgesamt circa 31 neue barrierefreie Wohneinheiten. „Die Schaffung von attraktiven Wohneinheiten ist für die Samtgemeinde Spelle als wachsender Industriestandort von enormer Bedeutung.“ Bei der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen habe es bislang keine Probleme gegeben.

Lengerichs Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn verwies darauf, dass es aktuell einen zusätzlichen Bedarf an neuen Wohnungen vor allem im Bereich der Gemeinden Bawinkel und Lengerich gibt. Nach seinen Worten sind in den vergangenen Monaten erfreulicherweise zusätzliche Wohnungen entstanden, die direkt auch vermietet werden konnten, sodass es insgesamt auch keinen großen Leerstand auf dem Mietwohnungsmarkt gibt. Da in Lengerich einige neue Mietwohnungen im Bau seien, werde zeitnah ein weiteres Angebot geschaffen. Aktuell sei es noch möglich, für Flüchtlinge Wohnraum am Markt zu finden. „Hier bleibt allerdings abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt.“

Innerhalb der Samtgemeinde Freren gibt es nach Darstellung des Ersten Samtgemeinderats Gregor Lonnemann derzeit keinen spürbaren Mietwohnungsmangel. „Etwaige Nachfrage kann, obwohl der klassische Mietwohnungsbau in fast allen Mitgliedsgemeinden eine eher untergeordnete Rolle spielt, zurzeit durch den vorhandenen Gebäudebestand gedeckt werden.“ Lonnemann zufolge konnten die Flüchtlinge, die der Samtgemeinde Freren zugewiesen wurden, bisher in Mietwohnungen untergebracht werden. „Überwiegend wohnen diese Menschen in der Stadt Freren.“ Ab Ende November werde ein Mietshaus für acht weitere Asylbewerber aus Syrien in Thuine bezugsfertig.

Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Kaiser gibt es in der Gemeinde Salzbergen verstärkt Nachfrage nach preiswertem Wohnraum. Kaiser: „Mietwohnungen werden kaum auf dem Markt angeboten, da sie am ,Markt vorbei‘ wieder vermietet werden, weil die ortsansässigen Firmen in den meisten Fällen insbesondere für Nachwuchskräfte direkt mit den allgemein bekannten Vermietern in Kontakt treten.“ Er appellierte dringend an Vermieter, der Gemeinde Wohnraum für die weiter steigende Zahl der Flüchtlinge anzubieten.

Der Bürgermeister von Emsbüren, Bernhard Overberg, sagte, dass es derzeit kein Überangebot an Mietwohnungen gebe. Weil die Gemeinschaftsunterkunft belegt ist, sollen laut Overberg die weiteren Flüchtlinge dezentral auf dem freien Wohnungsmarkt untergebracht werden. „Dies stellt für die Gemeinde sicherlich eine Herausforderung dar.“

Nach Darstellung des Bürgermeisters von Wietmarschen, Manfred Wellen, gibt es derzeit für Mieter und Vermieter in allen Ortsteilen Lösungen. Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich auch weiterhin ausreichend Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitstellen zu können.