„Kein Wohnraummangel“ Stefan Altmeppen: Lingen ist gut aufgestellt

Von Burkhard Müller

Stefan Altmeppen ist Lingens Erster Stadtrat.Stefan Altmeppen ist Lingens Erster Stadtrat.

Lingen. Gibt es im südlichen Emsland zu wenig bezahlbaren Mietwohnraum, und wird das zum Standortrisiko? Am Montag dieser Woche hatte der Ökonom Matthias Günther vom ISP Eduard-Pestel-Institut für Systemforschung in Hannover erklärt, dass laut Statistik Ende des vergangenen Jahres auf dem Wohnungsmarkt im Emsland 902 Mietwohnungen fehlten. „Für die Stadt Lingen trifft das in keiner Weise zu“, wehrt Erster Stadtrat Stefan Altmeppen den Vorwurf fehlender Mietwohnungen von sich.

„Das Schaffen günstiger Rahmenbedingungen, um Wohnraum für die unterschiedlichsten Bedürfnisse entstehen zu lassen, zum Beispiel für junge Familien und Paare, Alleinstehende, Studierende und für ältere Menschen, die sich verkleinern wollen, genießt in der Verwaltung eine hohe Priorität.“ Hierbei sei man insbesondere bemüht, auch bezahlbare Angebote zu fördern.

Über den Vorwurf, dass insbesondere Nachwuchskräfte, die von außen in das Emsland kommen, durch statistisch fehlende Wohnungen verprellt würden, kann Altmeppen nur mit dem Kopf schütteln: „Speziell im Bezug auf das Gewinnen von Fach- und Führungskräften können wir nicht feststellen, dass es einen Fehlbedarf an bezahlbarem Wohnraum in Lingen gibt.“ Im Gegenteil: Im Hinblick auf andere prosperierende Standorte mit einer vergleichbar niedrigen Arbeitslosigkeit schneide Lingen noch immer „sehr gut“ ab. „Das Angebot wurde erst in diesem Jahr durch die vielen neuen Mietwohnungen im Emsauenpark deutlich verbessert“, erläuterte der Erste Stadtrat.

Daneben erklärte Altmeppen, dass es bei dem Anwerben auswärtiger Kräfte auch um andere Dinge gehe als nur um eine Wohnung. „Gerade unsere weichen Standortfaktoren wie Kinderbetreuung, Schulen und Hochschule, ein breit gefächertes Kultur- und Freizeitangebot, die ärztliche Versorgung sowie die Jobchancen für den Ehepartner spielen eine große Rolle im Wettbewerb mit anderen Standorten – und da schneidet Lingen durchweg positiv ab“, betont Altmeppen.

Und wie sieht es für Menschen aus, die nur über ein schmales Budget verfügen? „Natürlich ist die Situation für sozial Schwächere, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Bleibe zu finden, schwieriger – aber dieses Problem gibt es doch nicht nur in Lingen oder dem Emsland“, erklärt der Erste Stadtrat. „Gerade weil bezahlbarer Wohnraum in der Verwaltung hohe Priorität genießt, stellt die Stadt insbesondere diesen Menschen 150 Wohnungen zu Verfügung.“ Diese seien sehr gefragt und auch alle vermietet.

Abschließend kommt Altmeppen zu dem Fazit, dass der Wohnungsmarkt für Lingen kein Standortrisiko bedeutet: „Wir sind gut aufgestellt!“