Einbruch nicht nachgewiesen Freispruch trotz DNA-Spur in Lingen

Von Anne Bremenkamp

Im Zweifel für den Angeklagten: Ein 33-Jähriger ist in Lingen vom Vorwurf des Einbruchdiebstahls freigesprochen worden, obwohl eine Zigarettenkippe mit seiner DNA am Tatort gefunden worden war. Symbolfoto: dpaIm Zweifel für den Angeklagten: Ein 33-Jähriger ist in Lingen vom Vorwurf des Einbruchdiebstahls freigesprochen worden, obwohl eine Zigarettenkippe mit seiner DNA am Tatort gefunden worden war. Symbolfoto: dpa

Lingen. Mit einem Freispruch endete das Strafverfahren gegen einen 33-jährigen Mann, der wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen angeklagt war. Tragender und letztlich dennoch nicht durchgreifender Beweispunkt der Anklage war eine am Tatort gefundene Zigarettenkippe, an der DNA-Spuren des Angeklagten festgestellt worden waren.

Dem aus dem Ruhrgebiet stammenden Mann war vorgeworfen worden, im Dezember 2011 alleine oder mit unbekannten Mittätern die Terrassentür eines Einfamilienhauses in Emsbüren aufgehebelt zu haben, um daraus nach Durchsuchung sämtlicher Räume Bargeld in Höhe von 10000 Euro sowie Schmuck, Gold und elektronische Geräte entwendet zu haben. Die Gesamtschadenshöhe wird mit rund 24000 Euro beziffert, die Familie war zum Tatzeitpunkt nicht zuhause.

Eine Angehörige der Nichtraucherfamilie hatte am Morgen nach der Tat den Einbruch entdeckt, als sie die Jalousien hochziehen wollte. Ihr war sofort eine nicht aufgerauchte Zigarettenkippe ins Auge gefallen, die auffällig auf dem Treppenabsatz zum ersten Obergeschoss platziert gewesen war.

Die Opfer des Einbruchs verwiesen darauf, dass sich so viel Bargeld im Haus befunden habe, weil man tags darauf eine größere Anschaffung habe tätigen wollen. Die Versicherung habe den Verlust der entwendeten Wertgegenstände reguliert, auf dem allergrößten Teil der abhanden gekommenen 10000 Euro sei die Familie aber sitzen geblieben.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte räumte zwar ein, Raucher zu sein, bestritt aber den Tatvorwurf. Er sei noch nie in Emsbüren gewesen und kenne den Ort im Übrigen gar nicht. Auf die DNA-Spur des 33-Jährigen war man 2013 im Zuge eines Ermittlungsverfahrens wegen Raubes gekommen, von diesem Tatvorwurf war der Mann nach längerer U-Haft später allerdings freigesprochen worden.

Keine weiteren Spuren

Als Spur sei die Zigarettenkippe mobil, so der Vorsitzende Richter, der dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ folgte. Es bleibe fraglich, wie und durch wen die Kippe so unübersehbar platziert an den Tatort gelangt sei. Es seien keine Fingerabdrücke oder andere Spuren am Tatort gefunden worden, die auf den Angeklagten schließen ließen. Ein Wohnungseinbruchsdiebstahl passe zudem nicht in die Vita des Mannes, der in früheren Jahren vorwiegend wegen Körperverletzungsdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten war.