Denkmal wird erhalten Bauantrag für Tankstelle in Lingen eingereicht

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Lingen. Jetzt kommt Schwung in die alte „Nitag-Großtankstelle“ an der Bernd-Rosemeyer-Straße in Lingen. Ein Bauantrag für Gastronomie sowie Wohn- und Geschäftshaus ist eingereicht. Damit steht einer neuen Nutzung des heruntergekommenen Baudenkmals kaum noch etwas im Wege.

Entsprechend gut war auch die Stimmung bei den Mitgliedern im Planungs- und Bauausschuss (PBA) der Stadt Lingen, als Stadtbaurat Lothar Schreinemacher Näheres zu den Planungen berichten konnte. Nach Angaben des Stadtbaurates sollen die bereits in der Öffentlichkeit vorgestellten Planungen ohne größere Veränderungen umgesetzt werden.

Die Tankstelle solle von der Fliese bis zum Fenster restauriert und mithilfe einer fili-granen Glaskonstruktion eingehaust werden, um unter anderem den energetischen Ansprüchen gerecht zu werden. Vorgesehen sei eine Nutzung als Gastronomie.

Im Anschluss an die Tankstelle sei ein Wohn- und Geschäftshaus geplant, das sich in Höhe und Größe an der bestehenden Bausubstanz, wie etwa der Hüttenschule, orientieren solle. Die Pläne zeigten eine moderne Architektur, die mit regionaltypischen Baumaterialien umgesetzt werden solle.

„Wir haben mit den Eigentümern gesprochen. Wie diese uns sagten, ist man bereits sehr weit in Gesprächen mit möglichen Investoren fortgeschritten“, berichtete Schreinemacher den Ausschussmitgliedern.

Größere Schwierigkeiten habe es allerdings bei der Erschließung der geplanten Parkplätze rund um das Areal gegeben. Während ein Teil der Stellplätze über die Bernd-Rosemeyer-Straße benutzt werden kann, müssen die weiteren der insgesamt 28 Parkplätze über die Straße „An der Kokenmühle“ angefahren werden. Der Stadtbaurat: „Wir haben das alles auch mit der Polizei besprochen und geplant und müssen nun abwarten, wie sich die verkehrliche Situation insbesondere im Bereich der Straße ,An der Kokenmühle‘ entwickelt.“

Um den Charme des gesamten Areals an der Kokenmühle zu erhalten, sollen insbesondere die großen Bäume als Solitäre erhalten bleiben. Erste pflegerische Maßnahmen auf dem Grundstück hätten dem Ansehen der Kokenmühle sehr gutgetan, unterstrich Schreinemacher.

Auch vonseiten der Politik gab es nur Lob für die eingereichten Planungen. Sei es die geplante Gastronomie oder das Wohn- und Geschäftshaus: „Wir freuen uns, dass hier nach langen Jahren des Wartens nun endlich Bewegung in die Sache kommt“, hieß es unisono aus dem Ausschuss.

Die seit vielen Jahrzehnten nicht mehr betriebene Tankstelle steht unter Denkmalschutz. Entstanden ist die Betonkonstruktion mit dem ausladenden Dach und dem trichterförmigen Ständer in Anlehnung an das Nierentischdesign. Die Architektur kommt aus den USA und wurde in Deutschland bis zu dieser Zeit nicht für den Bau von Tankstellen verwandt. Das Gleiche galt für den Baustoff Beton, der hierzulande nur für Decken und Brücken benutzt wurde.


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