Vor den Wahlen zum Pfarrgemeinderat Kirchenvorstand von St. Gertrudis hat Finanzen im Blick

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Wo jetzt noch Spielgeräte stehen, entsteht demnächst die Krippe des Kindergartens St. Gertrudis, erläutern (von links) Hermann Helming, Frank Reiling und Hans Graef vom Kirchenvorstand. Foto: TonderaWo jetzt noch Spielgeräte stehen, entsteht demnächst die Krippe des Kindergartens St. Gertrudis, erläutern (von links) Hermann Helming, Frank Reiling und Hans Graef vom Kirchenvorstand. Foto: Tondera

to Lingen. Welche Aufgaben hat ein Kirchenvorstand? Hermann Helming, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstands in der Kirchengemeinde St. Gertrudis in Bramsche, fasst es in einem Wort zusammen: „Vermögensverwaltung“. Dieser sperrige Begriff umschreibt viele verschiedene Tätigkeiten, die mit den Einrichtungen und dem Vermögen der Kirchengemeinde verbunden sind.

Der ehrenamtliche Kirchenvorstand regelt die finanziellen Angelegenheiten der Gemeinde, stellt jährlich einen Haushaltsplan für die Aufgaben der Pfarrei auf, hat die Jahresrechnung zu prüfen, ist für Pachtverträge zuständig, verwaltet die Grundstücke und Gebäude der Pfarrei. Konkret heißt das: Wenn das Dach des Pfarrhauses saniert, der Pfarrgarten neu gestaltet, der Kindergarten umgebaut werden soll, immer muss das Gremium entscheiden. Noch einmal Helming: „Wie ein Hauseigentümer für sein Haus und Garten sorgt, so kümmern wir uns um die Gebäude und um den Landbesitz der Kirchengemeinde.“ Rendant Hans Graef nickt zustimmend. „Genauso ist es, nur sind unsere Aufgaben etwas umfangreicher“, sagt er und weist darauf hin, dass der Kirchenvorstand auch für die Mitarbeiter zuständig ist, und das sind in St. Gertrudis rund 30 Personen in unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen. Graef hat seit 37 Jahren ein waches Auge auf die Finanzen der Kirchengemeinde.

Er und Helming, der sich seit 33 Jahren im Kirchenvorstand engagiert, haben viele Projekte begleitet. Sie haben unter anderem den Wechsel von fünf Pfarrern erlebt, zwei große Kirchenrenovierungen, mehrere Um- und Erweiterungsbauten des Pfarrheims und des angrenzenden Kindergartens, die Erweiterung der Friedhofskapelle, die Neugestaltung des Pfarrgartens. Jetzt steht der Um- und Ausbau des Kindergartens an, der um rund 300 Quadratmeter erweitert und komplett saniert wird. Das ist ein ganz dicker Brocken, der den zehn Mitgliedern des Kirchenvorstands von St. Gertrudis viel zusätzliche Arbeit abverlangt. Zwar müssen alle Baumaßnahmen vom Bischöflichen Generalvikariat genehmigt werden, beim Kindergarten hat auch die Stadt ein gewichtiges Wort mitzureden, „aber die Planung und Durchführung der Arbeiten liegt in unseren Händen. Wir sind der Eigentümer, der entscheidet, was gemacht wird“, so der geschäftsführende Vorsitzende. Hans Graef zählt auf, was der Kirchenvorstand bei diesem Vorhaben leistet: „Wir haben einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, die Planung und Begleitung der Gesamtfinanzierung liegt in unseren Händen. Wir kümmern uns auch darum, wo die Kinder während der Bauphase untergebracht werden.“

Frank Reiling, seit acht Jahren im Kirchenvorstand, ergänzt: „Da kommen noch Sitzungen mit dem Elternbeirat des Kindergartens und der Schriftverkehr hinzu.“ Er macht darauf aufmerksam, dass die Mitarbeit im Kirchenvorstand Kenntnisse unter anderem im Finanz- und Rechtswesen erfordert. „Wenn man Entscheidungen trifft, muss man erst das Wissen erwerben, wie alles funktioniert“, sagt er.

Neben den Verwaltungsaufgaben kümmern sich die Mitglieder des Kirchenvorstands auch um ganz praktische Dinge. Bei freiwilligen Aktionen der Kirchengemeinde, ob Büsche beschneiden oder Wege pflastern, machen sie selbstverständlich mit. „Da heißt es am Samstagvormittag antanzen“, schmunzelt Helming und fügt hinzu: „Wenn wir Leute mobilisieren wollen, müssen wir selber anpacken.“ Graef und Reiling sehen es genauso. „Oft geht man vorbei und sieht, dass etwas getan werden muss – Unkraut auszupfen oder Glühbirnen austauschen. Da beauftragen wir nicht gleich jemanden, sondern erledigen das selber“, erzählt Frank Reiling. Alle drei sind sich einig: „Wer sich dafür entscheidet, sich im Kirchenvorstand zu engagieren, kann es nicht mit halber Kraft machen – da muss man mit Herz und Seele dabei sein.


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