Schmerzensgeld für Opfer Emsländer wegen sexueller Nötigung verurteilt

Von Anne Bremenkamp

Zu einer Geldauflage von 2000 Euro hat das Jugendschöffengericht einen 21-jährigen Emsländer verurteilt.Symbolfoto: ColourboxZu einer Geldauflage von 2000 Euro hat das Jugendschöffengericht einen 21-jährigen Emsländer verurteilt.Symbolfoto: Colourbox

Lingen. Wegen sexueller Nötigung hat das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Lingen einen 21-jährigen Mann aus dem südlichen Emsland zu einer Geldauflage von 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung verurteilt.

Im Zuge eines Adhäsionsverfahrens muss der Täter seinem Opfer zudem ein Schmerzensgeld in Höhe von 1500 Euro zahlen. Die Verteidigung hatte mangels Vorsatzes auf Freispruch plädiert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der damals noch als Heranwachsender geltende Angeklagte an einem frühen Dezembermorgen 2013, durch Alkoholkonsum sexuell enthemmt, eine etwa gleichaltrige Frau gegen ihren ausdrücklichen Willen mehrfach unsittlich zunächst an der Brust und dann unter ihrer Unterwäsche im Intimbereich berührt hatte.

Erst als der Angeklagte sich zum Urinieren entfernt hatte, konnte die Frau die Gelegenheit zur Flucht nutzen und sich hinter einem geparkten Auto verstecken.

2,13 Promille festgestellt

Dort völlig aufgelöst kauernd, wurde sie zufällig von einem Zeugen entdeckt, der entgegen ihrer Bitte die Polizei informierte. Diese traf den Angeklagten beim, diesmal allerdings einvernehmlichen, Knutschen mit einer anderen jungen Frau an und nahm ihn mit auf die Polizeidienststelle. Ein Atemalkoholtest beim Angeklagten ergab 2,13 Promille, bei seinem Opfer wurden 1,93 Promille festgestellt.

Der 21-Jährige war bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er gab an, sich aufgrund des zuvor genossenen Alkohols an kaum etwas erinnern zu können. Die Geschädigte, die in dem Verfahren als Nebenklägerin auftrat, berichtete emotional merklich aufgewühlt und sehr detailliert von den Geschehnissen und verwies auf ihre damals wie heute empfundene Hilflosigkeit dem Erlebten gegenüber. Dass sie zunächst nicht die Polizei hatte informieren wollen, begründete sie wie folgt: „Ich habe mich geschämt und wollte verhindern, dass alle darüber reden.“ Das Gericht wertete die von anderen Zeugen untermauerte Aussage der Geschädigten als glaubhaft und ohne erkennbare Belastungstendenzen. Zudem zeigte es sich überzeugt, dass der Angeklagte trotz seiner Trunkenheit hätte erkennen müssen, dass er die Grenzen des Erlaubten deutlich überschritten hatte.

Die Nebenklagevertreterin kritisierte, dass entgegen ihrem Antrag die doch sehr intime Vernehmung ihrer Mandantin nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte. „Eine öffentliche Anhörung entspricht in diesem Fall nicht dem Gedanken des Opferschutzes.“