Von Feen und Ungeheuern Erster Lingener Märchentag mit mäßiger Teilnahme

Von Selina Sprick

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sels Lingen. Der verkaufsoffene Sonntag in der Lingener Innenstadt hat am vergangenen Wochenende mehr als den reinen Einkaufsbummel geboten: Märchenhafte Orte haben Groß und Klein zum Verweilen eingeladen.

Organisiert vom LWT (Lingen Wirtschaft und Tourismus), konnten die Kinder an verschiedenen Stationen mal mehr, mal weniger erleben.

Marion Lis vom Emslandmuseum empfing Familien im Kutscherhaus. Mehrere 15-minütige Märchen hatte sie für den ersten Lingener Märchentag vorbereitet, darunter klassische Märchen der Brüder Grimm, spanische Erzählungen, alte emsländische Sagen und moderne Geschichten. „Bei der Auswahl der Geschichte lasse ich mich davon inspirieren, was für Kinder ich hier sitzen habe“, erläuterte die Hobby-Märchenerzählerin. So erzählte sie zwei Jungen die Geschichte vom schwarzen Hund im Mehringer Wald, der dort bis heute sein Unwesen treiben soll. Die Jungen schauten sie dabei aufmerksam und überlegend an. „Glaubt Ihr das mit dem Hund und den großen roten Augen?“, fragte Lis ihre jungen Gäste schließlich. „Nö“, antwortete einer der Jungen kurz und knapp. Ende der Märchenstunde.

Auch danach verweilten nur wenige Kinder und Familien im Kutscherhaus. „Viele wollen sich nur das Kutscherhaus anschauen“, sagte Lis. Manche Kinder hätten sich zudem nicht getraut, alleine einer Geschichte zu lauschen. „Aber das ist kein Problem“, nahm es Lis locker und wartete positiv gestimmt auf die nächsten Zuhörer.

Auf dem Marktplatz ertönten währenddessen aus Lautsprechern zahlreiche Märchenerzählungen. Ein farbenfrohes Karussell drehte eine Runde nach der anderen.

Im Alten Rathaus verwandelte Lydia Herrmann Mädchen und Jungen in Märchengestalten und andere fantasievolle Figuren. Mit bunter Kinderschminke, kleinen Glitzersteinchen und glänzendem Puder im Gesicht erkannte sich das eine oder andere Kind in Herrmanns märchenhaftem großen Spiegel mit goldenem Rahmen kaum noch wieder.

In der Alten Posthalterei wartete Theaterpädagogik-Student Rafael Kurella auf Kindergruppen. In der Rolle des Postreiters Wilhelm teilte er ihnen mit, dass er heute nach Münster reiten müsse. „Bist Du gar keine Hexe?“, fragte ein Kind im Kindergartenalter daraufhin verwundert, und Wilhelm antwortete ihm: „Ich glaube, eine Hexe sieht anders aus.“ In seinem Koffer fand er schließlich einen Brief, der für die Kinder bestimmt war. Im Kamin in der Alten Posthalterei sei etwas versteckt. Gespannt begaben sich die Kinder daraufhin auf die Suche und fanden tatsächlich einige Süßigkeiten.

Das Centralkino zeigte kostenlos Märchenfilme. Die Veranstalter vor Ort kritisierten, dass zunächst nur sehr wenige Kinder zum Kino gekommen seien. Da habe es im Voraus an der Bekanntgabe konkreter Uhrzeiten für die Kinovorstellungen gefehlt.

Insgesamt mögen viele der Besucher des verkaufsoffenen Sonntags kaum in Märchenstimmung gekommen sein: Während die Lautsprecher auf dem Marktplatz noch relativ präsent waren, hielten sich die anderen Märchenaktionen eher versteckt. Lediglich mit kleinen Schildern vor den Gebäuden warben sie zaghaft für sich.


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