Teilnahme an Schülerakademie im LWH Wissenschaft fasziniert junge Leute in Lingen

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Lingen. Im Pausenraum des Ludwig-Windthorst-Hauses (LWH) in Lingen-Holthausen herrscht am Dienstagnachmittag eine angeregte Atmosphäre. 85 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren aus 14 Gymnasien des Emslandes und der Grafschaft Bentheim stehen oder sitzen in Gruppen zusammen und diskutieren.

Sie kommen gerade aus einem der neun Workshops, die während der zwölften Schülerakademie angeboten werden. Zu einer festen Einrichtung hat sich diese nicht gewöhnliche Gestaltung einer Herbstferienwoche etabliert. Schüler verzichten auf ihre Freizeit und befassen sich mit Themen wie Programmierung mit Java, Einführung in das Strafrecht, Ethik in der Medizin, aber auch der Produktion eines Films oder eines Theaterstückes, lernen etwas über interkulturelle Kompetenz, Rhetorik oder besuchen einen Media-Workshop. „Ohne unsere vielen Förderer wäre die Organisation dieser Woche nicht möglich“, betont Michael Brendel, Studienleiter im Ludwig-Windthorst-Haus.

Szenenwechsel: Im Labor für den allgemeinen Maschinenbau der Hochschule Osnabrück sitzen neun Schüler hoch konzentriert an PCs. Auch sie besuchen die Schülerakademie, aber da die Hardware, die für den Workshop CAD (Computer aided design) und Rapid Prototyping nicht am LWH vorhanden ist, noch nach dort transportiert werden kann, ist in dieser Herbstferienwoche am Campus Lingen eine Außenstelle der Schülerakademie eingerichtet worden. Prof. Dr.-Ing. Jürgen Adamek zeigt den Grund dafür: Der 3-D-Drucker hat die Ausmaße eines Küchenschrankes. Er wird das, was die Schüler am Computer mithilfe von CAD konstruieren, ausdrucken. Es ist faszinierend, was dieses Gerät ausspuckt: Aus einem Polyamid-Pulver wird bei etwa 170°C mittels Lasertechnik ein Bauteil entstehen, das in sich sogar beweglich ist, aber völlig ohne den Zusammenbau einzelner Komponenten auskommt.

Max Helmig besucht das Hümmling-Gymnasium in Sögel. Er hat sich für diesen Kurs entschieden, weil er es interessant findet, ein eigenes Teil zu konstruieren und zu fertigen. „Das Arbeiten im Ingenieurberuf ist hauptsächlich digital. Ich wollte einmal sehen, ob das etwas für mich ist“, erläutert Jannes Papenbrock vom Kreisgymnasium St. Ursula Haselünne seine Motivation für die Teilnahme. Step by step werden die einzelnen Baugruppen am Computer zusammengesetzt. Drei Mädels besuchen den technischen Workshop, den Prof. Adamek gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter und zwei studentischen Hilfskräften aus dem fünften Semester betreut. „Mein Bruder hat schon viel mit CAD gezeichnet. Ich fand das immer interessant, und dies ist eine gute Gelegenheit, mir das auch einmal anzuschauen“, ist Tina Kuhns Begründung für die Belegung dieses Kurses. Sie ist Schülerin des Gymnasiums Nordhorn. Ihre Sitznachbarin Doreen Fokken kommt vom Gymnasium Papenburg. Sie hat Mathe als Leistungskurs. „So, jetzt müsst ihr noch die Toleranz und den Winkel einstellen“, lautet die letzte Anweisung der studentischen Hilfskraft vor dem Druck. In 334600 Dreiecke teilt das Programm Tinas Konstruktion ein, damit die Maschine weiß, wo sie das Pulver mit dem Laserstrahl zusammenschmelzen soll. Der Druck wird über Nacht geschehen, denn bis zu zwei Stunden dauert der Herstellungsprozess, und zum Abkühlen braucht es noch einmal genauso lange. Superschnell seien hingegen die Schüler dieses seines sechsten Schülerakademieworkshops, wie sich Prof. Adamek freut. „So schnell waren wir noch nie!“


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