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Lookentor musste evakuiert werden Bombendrohung in Lingen: Anruf aus der Großen Straße

Von Thomas Pertz


Lingen. Der unbekannte Mann, der am Dienstagabend damit gedroht hatte, in der Lingener Einkaufspassage eine Bombe explodieren zu lassen, hat von einer Telefonzelle aus der Großen Straße in der Innenstadt angerufen. Dies teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Durchsuchung der Passage war ohne Ergebnis verlaufen.

Am Dienstag war gegen 18.45 Uhr bei der Polizei eine Bombendrohung eingegangen. Ein bislang unbekannter Täter meldete über Notruf, dass in 30 Minuten im Lingener Einkaufszentrum Lookentor eine Bombe explodieren würde. Der Anruf kam aus einer Telefonzelle in der Großen Straße. Daraufhin wurde das Einkaufszentrum von der Polizei geräumt und anschließend mit einem Sprengstoffspürhund durchsucht.

Diese Durchsuchung verlief ergebnislos, sodass die Geschäftsleute und Kunden das Einkaufszentrum nach etwa zwei Stunden wieder betreten konnten. Die Polizei nahm noch am Dienstagabend ihre Ermittlungen auf und sicherte an der Telefonzelle in der Großen Straße erste Spuren.

Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. Dem unbekannten Täter droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, sollte er von der Polizei ermittelt werden. Zusätzlich müsste er damit rechnen, dass er die Kosten der Evakuierung und eventuelle Schadensersatzansprüche der Kaufleute auferlegt bekommt. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, oder denen an der Telefonzelle in der Großen Straße verdächtige Personen aufgefallen sind, werden gebeten, sich bei der Polizei in Lingen unter der Telefonnummer (0591) 870 zu melden.

„Das war so kurz nach 19 Uhr“, schilderte Julius Frilling, Inhaber eines Kioskes, die Ereignisse in der Einkaufspassage. „Wir mussten sie sofort verlassen, konnten nicht einmal mehr unsere Geschäfte abschließen“, sagte er unserer Redaktion. Die 30 Minuten verstrichen, ohne dass etwas passierte. Etwas später konnten die Ladenbesitzer kurz zurückkehren, um ihre Geschäfte im Lookentor abzuschließen.

An den Eingängen der verschlossenen Passage zur Lookenstraße und Marienstraße standen Polizisten. Pkw-Fahrer, die ihr Fahrzeug in der Tiefgarage des Einkaufscenters geparkt hatten, mussten über die Rampe zu ihren Fahrzeugen. Kurz nach 20.30 Uhr traf Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen vor Ort ein, um sich ein eigenes Bild zu machen. Minuten später trafen auch Polizeikollegen aus Osnabrück mit einem Bombenspürhund am Lookentor ein. Der Spürhund, der auf den Namen „Blade“ hört, konnte aber nichts Verdächtiges finden.

Gegen 22 Uhr gab die Polizei die Vermutung ab, dass es sich um einen falschen Alarm handle. Dieses wurde am Mittwochmorgen auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. „Wir haben in der Einkaufspassage alles durchsucht, aber keine Bombe gefunden“, sagte ein Polizeisprecher. Konkrete Hinweise auf den Anrufer gibt es noch nicht.