Neuer Vertrag mit der Stadt Fundtiere kommen bald wieder ins Lingener Tierheim

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Lingen. Wer in vergangenen sieben Jahren ein verloren gegangenes Tier in Lingen fand, der musste es zum Tierhof in das 40 Kilometer entfernte Wilsum bringen. Bald ist damit Schluss: Ab Januar 2015 nimmt das Tierheim Lingen wieder Fundtiere auf. Einen entsprechenden Vertrag haben jetzt der Vorsitzende des Lingener Tierschutzvereins, Stephan Mathias und Oberbürgermeister Dieter Krone unterzeichnet.

Krone erläutert, dass die Stadt die Unterbringung von Fundtieren neu ausgeschrieben habe. „Dabei hat der Tierhof Wilsum seine bisherige Forderung erhöht. Somit ist das Angebot des Tierheims Lingen günstiger.“ Die Pauschale, die von der Stadt an das Tierheim gezahlt wird, richte sich nach der aktuellen Einwohnerzahl. Pro Kopf erhält das Lingener Tierheim demnächst 49 Cent für die Unterbringung und Versorgung von Fundtieren. Krone freut sich, dass die Unterbringung von Fundtieren „jetzt auch im Sinne der Lingener geregelt ist“.

Der Vertrag hat laut Krone eine Laufzeit von einem Jahr und verlängert sich automatisch, wenn nicht eine der Vertragsparteien kündigt. Katrin Möllenkamp, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Ordnung und Recht der Stadt Lingen, erklärt, dass die Unterbringung der Fundtiere nach drei Jahren erneut ausgeschrieben werde: „Damit können wir dann die Wirtschaftlichkeit überprüfen.“

Das Tierheim erwarte von der neuen Regelung eine verbesserte Akzeptanz bei den Lingenern, so Tierschutzvereinsvorsitzender Mathias: „Es war den Menschen nur schwer zu erklären, warum sie Fundtiere nicht im Lingener Tierheim abgeben konnten .“ Die Pauschale für die Aufnahme der Fundtiere decke aber nur einen kleinen Teil des Finanzbedarfs. „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen“, betont er.

Aktuell beherberge das Tierheim, auch ohne derzeit Fundtiere aufzunehmen, 109 Katzen, 31 Hunde, 80 Mäuse und 22 andere Kleintiere. Um diese Tiere zu versorgen, hat das Tierheim neun Angestellte: einen Leiter, eine Tierärztin, zwei Tierpfleger und eine Auszubildende in diesem Beruf. Hinzu kommen vier Tierpflegehelfer.

Im Schnitt würden jährlich 800 Tiere vermittelt. „Hunde werden zu über 90 Prozent wieder abgeholt“, erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Sonja Rolfes. Das Problem seien die Katzen: „Daher ist die im Frühjahr begonnene und von der Stadt finanziell unterstützte Kastrationsaktion des Tierschutzvereins sinnvoll.“ Bislang seien 24 streunende Katzen kastriert worden. „Die Stadt sollte über eine Kastrationspflicht nachdenken“, fordert Rolfes.

Krone möchte derzeit aber noch nicht so weit gehen. „Die Kastrationsaktion ist ein erster richtiger Schritt“, erklärt der Oberbürgermeister. Er hat persönlich schon gute Erfahrungen mit dem Tierheim gemacht. Kater „Liven“ lebte dort, bevor er im Hause Krone eine neue Heimat gefunden hat.

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Fundtiere und herrenlose Tiere:

Als Fundtiere werden Haustiere bezeichnet, die einem Besitzer verloren gegangen sind. Zumindest Hunde sind leicht zuzuordnen, sie müssen Steuermarken tragen. Die Mehrzahl der aufgefundenen streunenden Katzen sind jedoch in diesem Sinne keine Fundtiere, da sie keine Besitzer haben. Diese herrenlosen Katzen zählen ebenso wenig zu den Fundtieren wie andere Tiere, die niemandem gehören. Für aufgefundene wild lebende Tiere wie Igel, Kaninchen oder Vögel gibt es spezielle Regelungen. Bei jagdbarem Wild –wie beispielsweise Rehen – ist in der Regel der jeweilige Jagdpächter zuständig.

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