Ausstellung im Emslandmuseum Römische Münzen in Lingen zu sehen

Von Manfred Buschhaus

Hanni Rickling überreicht bei der Eröffnung der Ausstellung Erinnerungspräsente an die Vortragenden Henning Haßmann (links) und Bernd Hamborg. Foto: Manfred BuschhausHanni Rickling überreicht bei der Eröffnung der Ausstellung Erinnerungspräsente an die Vortragenden Henning Haßmann (links) und Bernd Hamborg. Foto: Manfred Buschhaus

Lingen. „Römer und Germanen – Funde in unserer Heimat.“ Unter diesem Titel begeht die „Archäologische Gruppe Lingen (AGL) mit einer perfekt vorbereiteten und präsentierten Sonderausstellung im Emslandmuseum Lingen ihr 30-jähriges Bestehen.

Die Ausstellung steht unter dem Schwerpunkt „Römische Münzfunde im Emsland“, zeigt aber auch gleichzeitige Fundgegenstände der hier lebenden Bevölkerung.

Die Ausstellung wurde jetzt im Rahmen eines Festaktes eröffnet. In Grußworten und Fachvorträgen wurde die ALG dabei vor allem wegen ihrer nahtlosen Zusammenarbeit mit den staatlichen Denkmalbehörden, ihrer beispielhaften Erfolgsgeschichte und der teilweise sensationellen Funde gefeiert. Die Ausstellung kann bis zum 2. November besichtigt werden.

Im zentralen Bereich zeigt die Ausstellung in mehreren Vitrinen in den über 120 von der AGL entdeckten römischen Münzen eine nahezu nahtlose Abfolge des römischen Geldwesens, beginnend in der Zeit der Republik, bis zum Kaiser Honorius, dessen Name mit der Auflösung der Staatsgewalt Roms im 5. Jahrhundert nach Christus verbunden ist.

Zwar sind Münzen klein und in einer Ausstellung schwer zu präsentieren, aber hier hat man eine attraktive Lösung durch Begleitung der Münzreihen durch vergrößernde Abbildungen herausragender Münzen und Bilder von Porträtbüsten der jeweiligen Kaiser sehr anschaulich werden lassen. Sensationsfunde wie der Aureus des Kaisers Nero, zu dem es nur wenige Vergleichsstücke auf der Welt gibt, sind natürlich gebührend herausgestellt.

Zeitgenössische Siedlungsfunde lassen das Leben der einheimischen Bevölkerung an Realität gewinnen, und eine Fotowand lässt eine Ahnung wach werden von dem Reiz, aber auch der vielen Arbeit, die von den Gruppenmitgliedern für die Öffentlichkeit geleistet wird.

Den Festakt zum Jubiläum hatte Erster Bürgermeister Heinz Tellmann mit seinem Grußwort eingeleitet. Tellmann lobte das Engagement der Gruppenmitglieder. Sie sorgten dafür, dass der Schatz der materiellen Überlieferung früherer Kulturen für die Öffentlichkeit gehoben und nicht durch Raubgräber geschmälert werde.

Vorher hatte Andreas Eiynck, Leiter des Museums, auch im Namen des Museumsvereins die vielen Gäste in dem „wiederum überfüllten Emslandmuseum“ willkommen geheißen und die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Gruppe aufleben lassen,

Nachdem Hartmut Oosthuys, seit 2004 Leiter der AGL, die vielfältige Unterstützung hervorgehoben hatte, dankte Hanni Rickling, erste Vorsitzende des Heimatvereins Lingen, allen Beteiligten für ihr Engagement und überreichte den fünf anwesenden Gründungsmitgliedern kleine Präsente, bevor der Landesarchäologe Henning Haßmann in seinem Grußwort auf die herausragende strategische Lage der Emsregion hinwies, um römisches Engagement zu erklären. Die Funde der AGL seien teilweise sensationell und ihre Dokumentation und Fundmeldung beispielhaft. Danach stellte er mehrere anwesende Fachwissenschaftler vor.

Anschließend zeigte Bernd Hamborg, Vizepräsident der Numismatischen Gesellschaft zu Hannover, in seinem Vortrag über „Die Münzen der Römer“ Restaurierungsarbeiten an einer hier entdeckten Münzrolle, bevor er auf die wechselvolle Geschichte des römischen Geldwesens einging und die Geldentwertungen und ihre Folgen schilderte.

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