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01.10.2014, 17:40 Uhr BETREUUNGSVEREINE MIT FINANZPROBLEMEN

Hinter jedem Fall steht ein Mensch

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Sorgen machen sich die Vertreter der Betreuungsvereine aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim. Foto: Thomas PertzSorgen machen sich die Vertreter der Betreuungsvereine aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Die Helfer rufen selbst nach Hilfe, die Betreuungsvereine sind in Finanznot. Hinter jedem Fall steht ein Mensch, meint unser Kommentator.

Sie arbeiten im Stillen. Sie helfen Menschen, die sich selbst nicht mehr zu helfen wissen. Sie sind der rettende Anker für Familien, die mit der Betreuung überfordert, mitunter auch untereinander zerstritten sind. Die Rede ist von hoch qualifizierten Sozialarbeitern und Sozialpädagogen in den Betreuungsvereinen, die hinter dem Fall immer noch den Menschen sehen wollen und deren Tätigkeitsfeld mitunter hochkomplex ist.

Diese Arbeit muss sich am Ende aber auch rechnen. Wenn Betreuungsvereine gezwungen sind, der einzelnen Fachkraft im Haus immer mehr Fälle aufzubürden, um nicht ins Minus zu rutschen, ist es höchste Zeit, gegenzusteuern. Andernfalls werden Mitarbeiter verheizt oder die Arbeit in den Betreuungsvereinen wird ganz eingestellt. Bundesweit gelten 800 als gefährdet, darunter 280 der verbandlichen Caritas. Sparen würde der Bund dadurch keinen Cent, denn die Betreuungen müssten dann von freiberuflichen Kräften übernommen werden.

Die Betreuungsvereine in der Region haben deshalb mit ihrem Treffen in Lingen und der Einladung zum Gespräch an Bundes- und Landespolitiker das richtige Signal gegeben. Arbeiten im Stillen heißt nicht, einen unhaltbaren Zustand stillschweigend weiter zu akzeptieren.


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