Nicht für jeden verfügbar Telekom bietet schnelles Internet in Lingen an

Von Wilfried Roggendorf

Sie stellen das schnelle Internet für Lingen vor: (von links) Georg Tieben, Wirtschaftsförderer Helmut Höke, Dieter Krone und Sandra Prekel (Stadt Lingen) sowie Arnold Diekmann und Hans-Werner Barkemeyer von der Telekom. Foto: W. RoggendorfSie stellen das schnelle Internet für Lingen vor: (von links) Georg Tieben, Wirtschaftsförderer Helmut Höke, Dieter Krone und Sandra Prekel (Stadt Lingen) sowie Arnold Diekmann und Hans-Werner Barkemeyer von der Telekom. Foto: W. Roggendorf

Lingen. 12.000 Haushalte in Lingen haben ab diesem Montag die Möglichkeit, mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet zu surfen. 10.000 weitere sollen im Januar folgen. Dies haben jetzt Oberbürgermeister Dieter Krone und Arnold Diekmann von der Deutschen Telekom in einem Pressegespräch mitgeteilt. Dass dies jedoch nicht für alle Haushalte gilt, ergaben Recherchen der Lingener Tagespost.

„Die Neuerung gilt im Vorwahlbereich 0591“, so Krone. Diekmann erläuterte, welche technischen Voraussetzungen die Telekom hierfür geschaffen habe. „In den letzten Monaten haben wir 65 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 105 Multifunktionskästen mit aktiver Technik aufgestellt.“ Diekmann lobte die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, die für die benötigten Stromanschlüsse bei diesen Kabelverzweigern gesorgt hätten, und mit dem Tiefbauamt der Stadt. Durch diese Maßnahmen seien die Glasfaserkabel näher an den Kunden herangeführt worden. „Nur noch die letzte Strecke bis zum Kunden geht über Kupferleitungen.“ Je kürzer letztere seien, umso schneller werde die Internetverbindung.

Diekmann wies darauf hin, dass bei einzelnen Gehöften, die weitab vom nächsten Multifunktionskasten ständen, die Kupferleitungen noch so lang seien, dass die höheren Übertragungsgeschwindigkeiten dort nicht erreicht werden könnten. „In weiter abgelegenen Randbereichen der Stadt soll mit Richtfunktechnik schnelles Internet angeboten werden“, erklärte Krone hierzu.

Die höheren Geschwindigkeiten würden außerdem durch den Einsatz der sogenannten Vectoring-Technik ermöglicht. Sie filtere elektromagnetische Störungen, die beim Kupferkabel auftreten würden, heraus.

Um das schnelle Internet nutzen zu können, müssten die Kunden aktiv werden und dieses bei der Telekom buchen. „Das Netz kann aber auch über andere Anbieter genutzt werden, falls die einen entsprechenden Vertrag mit der Telekom abgeschlossen haben“, so Diekmann.

Profitieren vom Breitbandausbau könnten jetzt Bürger in den Ortsteilen Baccum, Darme, Estringen, Laxten, Münnigbüren, Ramsel, Schepsdorf und in Teilen der Stadt selbst.

Im Einzelfall prüfen

Einigen Kunden bleibt jedoch der Zugang zu der neuen Technik der Telekom vorerst verwehrt, obwohl sie mitten in Schepsdorf, Darme oder Laxten wohnen, wie unsere Zeitung durch eine Nachfrage beim Oldenburger Telekommunikationsanbieter Ewetel herausgefunden hat. „Über 300 Haushalte dort sind an drei Kabelverzweiger von Ewetel angeschlossen“, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Im Vorwahlbereich 0591 betreibe Ewetel vier weitere Kabelverzweiger, und zwar je einen in Biene und Elbergen sowie zwei in Nordlohne, an denen über 400 Haushalte hingen. „Die bei uns angeschlossenen Haushalte können eine Internetverbindung mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu maximal 50 Mbit/s bei Ewetel buchen .“ Eine Buchung über einen anderen Anbieter sei dort nicht möglich. Ewetel plane, die Vectoring-Technik dort im nächsten Jahr einzuführen.

Welche Haushalte an einen Kabelverzweiger der Telekom und welche an einen von Ewetel angeschlossen sind, könne pauschal nicht gesagt werden, erklärten beide Unternehmen übereinstimmend. Dies müsse im Einzelfall geprüft werden.

Krone verwies auf die Bedeutung des schnellen Internets für Selbstständige und Unternehmen, die große Datenmengen senden müssten. Denn auch der Upload werde mit bis zu 40 Mbit/s deutlich schneller. Diekmann betonte, auch Privatpersonen würden vom schnellen Upload profitieren. „Cloudlösungen werden so wesentlich interessanter und das Verschicken von Fotos und Videos geht wesentlich schneller.“