Show begeistert 1700 Besucher Schotten geizen in Lingen nicht mit guter Musik

Von Wilfried Roggendorf


Lingen. 1700 begeisterte Besucher haben die „Musikshow Schottland“ in der Lingener Emslandarena nach einem fast dreistündigen Auftritt mit stehenden Ovationen gefeiert. Die 200 Tänzer und Musiker haben sich dies mehr als verdient.

Als am Ende der Musikshow Schottland das (1982 von den Deutschen Ulrich Roever und Michael Korb komponierte) „Highland Cathedral“ erklang, hielt es die Gäste in der Arena nicht mehr auf ihren Sitzen. Zuvor hatten sie Musik und Tanz aus vier Jahrhunderten genießen dürfen.

Dass dabei des Öfteren ein Abstecher auf die Grüne Insel gemacht wurde, dürfte dabei niemanden interessiert haben. Einfach nur gut waren beispielsweise die Interpretation des irischen Songs „Danny Boy“ oder die Darbietungen der Stepptänzer. „Beim Irish Step bleiben die Arme am Körper. Dies betont die Beinarbeit der Tänzer,“ erklärte Moderator Helmut Jäger dem Publikum.

Zum Erfolg der Show trugen neben den vielen traditionellen Stücken auch zahlreiche bei, die jeder im Ohr hat. Spätestens nach „Amazing Grace“ und „Millenium Prayer for Peace“ war das Lingener Publikum von der Kombination aus Solisten und der „Mass Band“, dem Zusammenspiel mehrerer Pipe&Drum Bands, begeistert. Der Funke sprang auch bei „Mull of Kintyre“ auf die Ränge der Emslandarena über. Die Steigerung vom leisen Solo bis hin zum Einsatz von Bläsern, Band und aller Drums&Pipes erfüllt alle Erwartungen an den Auftritt.

„Gänsehautfeeling pur“ herrschte dann auch bei der Zugabe der Musiker aus Schottland, den Niederlanden, England und Deutschland. „Conquest of Paradise“ hat nun wirklich nichts mit Schottland zu tun – aber der Titel ist wie gemacht, um von den Drums&Pipes gespielt zu werden. Das Zusammenspiel von Dudelsäcken, Rockband und Bläsern verleiht dem Stück eine ganz eigene Note.

Zum Gelingen des Auftrittes hat Gertjan van Rooij beigetragen. Der erst 19-jährige Senior Drum Major führte die unter musikalischer Leitung von Hans Beerten stehenden Bands mit unglaublicher Präzision auf das Parkett der Emslandarena. Das ist nicht weiter verwunderlich, hat der Niederländer doch bei der Weltmeisterschaft der Drum Majors kürzlich den siebten Platz belegt.

Fehlende Geländer

Wenn es an dieser gelungen schottischen Musikshow etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die Emslandarena selbst. Wiederholt war vor Beginn der Show zu beobachten, wie die äußerst hilsbereiten Hostessen ältere Besucher mangels Geländern die Treppen hinab zu ihren Plätzen begleiten mussten. Darüber, dass sich in der „Kathedrale der emsländischen Kultur“ lange vor „Highland Cathredal“ ein negatives Gänsehautfeeling entwickelt hat, sollte nachgedacht werden.