Sitzung am Mittwoch Vertretungsregelung in Kitas Thema im Ratsausschuss

Von Carsten van Bevern

In Lingen in der Diskussion steht die Vertretungsregelung in Kitas, wenn eine Erzieherin kurzfristig erkrankt. Müssen Erzieherinnen vom ersten Tag an durch Erzieherinnen ersetzt werden oder können – wie seit 20 Jahren praktiziert – kurzfristig auch Aushilfskräfte eingesetzt werden?In Lingen in der Diskussion steht die Vertretungsregelung in Kitas, wenn eine Erzieherin kurzfristig erkrankt. Müssen Erzieherinnen vom ersten Tag an durch Erzieherinnen ersetzt werden oder können – wie seit 20 Jahren praktiziert – kurzfristig auch Aushilfskräfte eingesetzt werden?

Lingen. Muss eine kurzfristig durch Krankheit ausgefallene Erzieherin in einer Kindergartengruppe sofort durch eine gleich qualifizierte Kraft ersetzt werden? Oder können in solchen Fällen – wie unter anderem in der Stadt Lingen seit rund 20 Jahren praktiziert – in den ersten drei Tagen auch Praktikanten, Aushilfskräfte oder in Ausnahmefällen auch ehrenamtliche Mütter eingesetzt werden? Diese Fragen beschäftigen derzeit in Lingen Erzieher, viele Eltern und die zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung.

Wie bereits in der Donnerstagsausgabe berichtet, hat das niedersächsische Kultusministerium am 26. Juni in einem Schreiben an Kita-Träger im Land darauf hingewiesen, dass in solchen Fällen der von vielen Kommunen praktizierte Einsatz von „ansonsten geeigneten Kräften“ nicht gestattet ist. „Dies ist auch keine neue Regelung, der Paragraf 4 Absatz 3 des Kindertagesstättengesetzes (KiTaG) ist schließlich seit 1993 in Kraft“, erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums auf Nachfrage unserer Zeitung. In den Beratungen zur Neufassung des Gesetzes hätten Kita-Trägerverbände und Kita-Leitungen dem Kultusministerium berichtet, dass Ausfallzeiten nicht immer in diesem Sinne kompensiert werden könnten. „Auf Wunsch der Trägerverbände haben wir dann in dem besagten Schreiben vom 26. Juni noch einmal Auskunft zur Rechtslage gegeben“, erklärte der Sprecher weiter.

Erhebliche Mehrkosten?

Eine solche Umstellung auf eine Fachvertretung vom ersten Krankheitstag an würde auch in Lingen neben einer Planungsphase zu erheblichen Mehrkosten führen. So hatte der für diesen Bereich zuständige Fachbereichsleiter Günter Schnieders in einem Gespräch mit unserer Zeitung die Kosten für den möglichen Aufbau eines entsprechenden Vertretungspools mit deutlich über 400000 Euro angegeben. „Und uns ist vom Land bislang zweimal unsere bisherige Vertretungsregelung genehmigt worden“, erklärte Horst Flachmann vom Fachdienst Jugendarbeit. Daher laufen dazu nach Aussage von Schnieders aktuell auch Gespräche mit Trägern, dem Landkreis sowie dem Land.

Am kommenden Mittwoch, 1. Oktober, werden Schnieders und Flachmann ab 16 Uhr im Ratssitzungssaal zu diesem Thema auch in der öffentlichen Sitzung des Jugendhilfeausschusses berichten. Die Grünen-Fraktion hat dazu auch bereits mehrere Fragen an den Oberbürgermeister gestellt.

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