Sitzung des Stadtrates Mehr als 300 Vorschläge zu „Lingen 2025“

Von Thomas Pertz

Ein fahrradfreundliches Lingen dürften auch die Studierenden des Campus Lingen begrüßen. Viele fahren mit dem Rad zum Studium. Foto: Wilfried RoggendorfEin fahrradfreundliches Lingen dürften auch die Studierenden des Campus Lingen begrüßen. Viele fahren mit dem Rad zum Studium. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Bis zum Jahr 2025 sind es noch elf Jahre. Das steht fest. Wie sich die Stadt Lingen bis dahin entwickeln soll, aber noch nicht. Das Interesse der Bürger, an der Gestaltung ihrer Stadt mitzuwirken, ist jedenfalls groß, wie der in der Sitzung des Stadtrates beschriebene Verfahrensstand beim Projekt „Zukunftsstadt 2025 – Der Lingener Weg“ deutlich machte.

Vor einem Jahr hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, ein strategisches Handlungskonzept für die Zukunft der Stadt zu erstellen. Eine aktive Beteiligung der Bürger war dabei ausdrücklich erwünscht. Oberbürgermeister Dieter Krone und Projektleiterin Kirsten Vogler verwiesen darauf, dass dieser Dialog mit den Bürgern, ob in direkten Veranstaltungen, online oder auf anderen Wegen, sehr gut funktioniert habe. Mehr als 300 Vorschläge seien eingegangen, resümierte Vogler.

Die häufigsten Nennungen gab es auf den Feldern „Fahrradfreundliche Stadt“, „Stadtmarketing“, „Förderung von Freizeitmöglichkeiten“, „Breiten- und Spitzensport“, „Bezahlbarer Wohnraum“, „Verkehrsentwicklung“, „generationsübergreifendes Wohnen“ und die „Neuausrichtung des Energiestandortes“. „Freizeit, Sport und Kultur sind die Topthemen gewesen“, sagte die Projektleiterin.

Aus insgesamt 39 Projektvorschlägen hat die Stadtverwaltung vier herausgefiltert, für die nun nach Angaben von Krone ein Handlungsleitfaden entwickelt werden soll. Dazu gehören „Fahrradfreundliche Stadt“, die „Neuausrichtung des Energiestandortes“, die „Innenentwicklung“, ein Begriff, der die Notwendigkeit verdichteter Bauweise zur Flächeneinsparung beschreibt, und „Stadtmarketing“. Bei Letzterem hatten Bürger die Notwendigkeit gesehen, das positive Erscheinungsbild der Stadt außerhalb der Region bekannter zu machen.

„Lebensader“

Die Ratsfraktionen begrüßten unisono diese Auswahl und hoben vor allem die Bedeutung der Neuausrichtung des Energiestandortes hervor. „Das ist ein Stück Lebensader der Stadt“, verdeutlichte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Edeltraut Graeßner. Ähnlich äußerten sich Uwe Hilling für die CDU und Jens Beeck für die liberale Fraktion. Lingen müsse nach dem Ende der Atomkraft Energiestandort bleiben, sagte Birgit Kemmer von den Grünen. So befürworte sie selbstverständlich den Ausbau eines weiteren Windparks.

Was das Thema „Innenentwicklung“ anbelangt, setzte Kemmer „auf das Geschick des Baurates, dass er die betroffenen Bürger davon überzeugen kann, wie wichtig eine Nachverdichtung und der sparsame Umgang mit Grund und Boden für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind“.

Spannend werde es, wenn es darum gehe, aus der Abstraktion konkrete Vorschläge zu machen, sagte Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen. Als Beispiel nannte er die bauliche Nachverdichtung auf der einen und den Wunsch nach weiteren Baugebieten in den Ortsteilen auf der anderen Seite. Der Neuausrichtung des Energiestandortes maß auch Koop Priorität zu: „Hier geht es um Wertschöpfung und die Sicherung von Arbeitsplätzen.“

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