Ladung oft nicht gesichert Ärger über Maistransporte in Lingen

Von Thomas Pertz

Viel Mais geladen hatte dieser Traktor, der am Sonntag über die Kreuzung an der Georgstraße fuhr.Viel Mais geladen hatte dieser Traktor, der am Sonntag über die Kreuzung an der Georgstraße fuhr.

Lingen. Edith Müller ist sauer. Unter einem ruhigen Sonntag hatte sich die 67-jährige Lingenerin, die in der Nähe der Waldstraße wohnt, etwas anderes vorgestellt. Stattdessen sah sie mehr Trecker, voll mit Mais beladen, die Straße entlangfahren, als es ihren Vorstellungen von einem ruhigen Wochenausklang entsprach.

Der Mais steht hoch im Altkreis Lingen, aber nicht mehr lange. Überall sind in diesen Tagen die Erntewagen auf den Feldern im Einsatz und transportieren nach dem Mähen den Ertrag ab. Ebenfalls am Sonntag oder an Feiertagen, wenn es sein muss. Wie beim Landwirtschaftsamt zu erfahren war, ist der Ernteeinsatz auch an solchen Tagen erlaubt.

Aber auch dann gilt natürlich die Straßenverkehrsordnung, was die Einhaltung der Geschwindigkeit anbelangt. Und es gelten auch die Vorschriften zum ordnungsgemäßen Transport der Ladung. „Was mich besonders geärgert hat, war, dass die Traktoren bei der hohen Geschwindigkeit, mit der sie durch die Waldstraße fuhren, auch Verkehrsteilnehmer wie Kinder oder ältere Bürger gefährden könnten. Auch verlieren sie von ihrer Maisladung durch den Fahrtwind Einiges“, kritisierte Müller gegenüber unserer Zeitung. Wenn Bürger etwas zum Wertstoffhof transportierten, müssten sie die Ladung auf dem Anhänger selbstverständlich sichern. Das gelte offenbar aber wohl nicht für alle.

„Da darf nichts runterwehen“, zitierte ein Sprecher der Polizei die entsprechenden Vorschriften. Die Ladung sei , entweder durch eine Plane oder ein engmaschiges Netz zu sichern. Andernfalls sei ein Verwarngeld fällig.

Wenn es denn kontrolliert wird. Der Rentnerin war es am Sonntag mit den Maistransporten auf der Waldstraße zu bunt geworden. Sie setzte sich kurzerhand hinter das Steuer ihres Autos und folgte den landwirtschaftlichen Fahrzeugen und ihren Maisspuren durch die Stadt – bis auf die Umgehungsstraße.

Dort haben diese aber eigentlich gar nichts verloren, wie eine Nachfrage beim Lingener Straßenbauamt ergab. Generell sei die Umgehungsstraße für den landwirtschaftlichen Verkehr nicht zugelassen, hieß es dort. In Lingen gebe es da keine Ausnahme, da auf der Umgehung überwiegend ein Überholverbot bestehe und die Fahrbahn einspurig sei.

Eine Ausnahme gibt es zwischen Meppen und Nödike. Hier dürfen landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren, da hier die Fahrbahn zweispurig ist und überholt werden kann. Die Regelungen sind also eindeutig. Edith Müller wäre froh, wenn sie auch eingehalten würden.