Initiative der Kirche Bürger wollen Flüchtlinge in Wietmarschen betreuen

Von Ludger Jungeblut

Die Flüchtlingsunterkunft in Lohne wurde bei dem Brand in der Nacht zum 16. September schwer beschädigt. Foto: Ludger JungeblutDie Flüchtlingsunterkunft in Lohne wurde bei dem Brand in der Nacht zum 16. September schwer beschädigt. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Die genaue Ursache des Brandes eines Wohnhauses in Lohne in der Straße Alte Haare, das in der Nacht zum 16. September lichterloh in Flammen stand, ist noch nicht bekannt.

Darauf hat Bürgermeister Alfons Eling auf Anfrage der LT verwiesen. „Deshalb kann auch noch nicht beurteilt werden, ob ein Fehlverhalten von Asylbewerbern mit zum Brand geführt hat.“ Wie berichtet , hatte die Polizei festgestellt, dass das Feuer in der Küche ausgebrochen war, und einen Anschlag ausgeschlossen. Bei dem Feuer wurden vier von sieben Männern leicht verletzt.

Eling zufolge bot das Haus Platz für 16 Flüchtlinge. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich aber nur sechs Bewohner und ein Besucher in dem Gebäude.

Der Lohner Bürger Manfred Lange nahm den Brand zum Anlass, um einige kritische Fragen an die Gemeinde Wietmarschen zu richten. Er kritisierte, dass es kein Wort von offiziellen Stellen gegeben habe, „wo sich denn diese zehn Asylanten befanden“. Weiter schrieb Lange: „Offensichtlich ist die Kommune nicht informiert, wie dort in diesen Unterkünften gelebt wird. Es leben dort ausschließlich Männer verschiedener Herkunft und Kultur.“ Lange fragte weiter: „War der Gemeinde bekannt, ob alle Vorsichtsmaßnahmen von den Bewohnern der Unterkünfte beachtet wurden? Wurden diese Unterkünfte von Helfern oder Bediensteten kontrolliert?“

Die von Lange in Frageform „suggerierten Vorwürfe gegen die Gemeindeverwaltung“ hat Eling unterdessen zurückgewiesen.

Laut Eling wurde das ehemals landwirtschaftliche Anwesen „Weßling“ bereits 1998 mit dem dazugehörigen Wohnhaus und 16 Hektar landwirtschaftlicher Fläche für eine langfristige Erweiterung des Gewerbegebietes
A31 Lohne erworben. „Bis zum 30. Juni 2012 wurde das Wohnhaus privat vermietet, seitdem wurde es an das Sozialamt der Gemeinde zur Unterbringung der vermehrt zugewiesenen Asylbewerber mietweise abgetreten.“ Das Haus werde regelmäßig von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung kontrolliert, seit einigen Monaten sei eine Mitarbeiterin des Landkreises ergänzend für die Betreuung tätig, da die Gemeinde allein mit dieser Aufgabe überfordert sei.

Eling: „Die Gemeinde ist also sehr wohl darüber informiert, wie in den Asylantenwohnungen gelebt wird. Weiter bemüht sich die Gemeinde bei der Verteilung auf einzelne Wohnungen, die unterschiedlichen Konfessionen und Kulturen zu berücksichtigen.“

Auf Bitten der Gemeinde bemühe sich derzeit Diakon Johannes Telkmann, in der Pfarreiengemeinschaft Wietmarschen/Lohne einen Arbeitskreis aus Ehrenamtlichen aufzubauen, der sich ebenfalls um die ergänzende Betreuung von Asylbewerbern beziehungsweise Flüchtlingen aus den Krisengebieten kümmern wolle.

Die notwendigen Vorsorgemaßnahmen in den Asylbewerberwohnungen werden nach Darstellung des Bürgermeisters mit den zuständigen Behörden abgestimmt, umgesetzt und kontrolliert. Er räumte ein, dass die im Hause „Alte Haare 2“ gemeldeten Asylbewerber nicht ständig alle vor Ort seien. „Asylbewerber, die eine Beschäftigung gefunden haben, wohnen mit Einverständnis der Gemeinde am Arbeitsort, bleiben aber am Zuweisungsort, also in Wietmarschen gemeldet und bleiben auf die Zuweisungsquote angerechnet. Einige der Asylbewerber sind irgendwo in Deutschland oder im Ausland untergetaucht. Sie werden dann nach einer gewissen Zeit von Amts wegen in Wietmarschen abgemeldet. Sie werden teilweise von der Polizei gesucht, auch sie bleiben vorläufig bei der Quote angerechnet.“

Wiederum andere haben sich Eling zufolge zum Zeitpunkt des Brandes bei Freunden und Bekannten aufgehalten. Die Gemeinde sei also, soweit möglich, ausreichend informiert über den Aufenthalt der Asylbewerber. „Selbstverständlich werden die Asylbewerber schon im zentralen Aufnahmelager und bei ihrem Eintreffen in Wietmarschen oft unter Hilfestellung von Dolmetschern umfassend über die Lebensgewohnheiten in Deutschland und die Dinge des täglichen Bedarfs informiert.“

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