An Patenkind vergangen Mann aus südlichem Emsland gesteht Kindesmissbrauch

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Ein 39-Jähriger aus dem südlichen Emsland hat vor dem Landgericht Osnabrück gestanden, sein Patenkind und dessen Geschwister missbraucht zu haben. Foto: dpaEin 39-Jähriger aus dem südlichen Emsland hat vor dem Landgericht Osnabrück gestanden, sein Patenkind und dessen Geschwister missbraucht zu haben. Foto: dpa

Osnabrück. Sexueller Missbrauch eines zur Tatzeit zehn Jahre alten Kindes lautet die Anklage gegen einen Mann aus dem südlichen Emsland. Zum Auftakt des Verfahrens vor dem Landgericht Osnabrück hat der 39-Jährige gestanden, mehrfach mit seinem Patenkind Pornofilme angeschaut und das Mädchen zu verschiedenen Gelegenheiten im Schambereich berührt zu haben.

Die Eltern hatten ihre Tochter und deren zwei jüngere Geschwister seit Jahren guten Gewissens in den Ferien zu ihrem Onkel geschickt. Ihrer Meinung nach hatte er, selbst zweifacher Vater, einen guten Zugang zu Kindern, zudem lebten im selben Haus die Großeltern, weshalb ein Besuch auch die Familienbande stärkte.

Im vergangenen Jahr wandte sich die mittlerweile Elfjährige an ihre Mutter und sprach von den Filmen, die sie sich mit dem Onkel angesehen habe. In mindestens einem Fall, so hat der Angeklagte eingeräumt, habe er sich mit dem Mädchen im Badezimmer eingeschlossen und dort sexuelle Handlungen an ihm und an sich vorgenommen.

Weiterhin sagte er aus, im Herbst 2012 mit der zur Tatzeit sechsjährigen Schwester seines Patenkindes ebenfalls einen Pornofilm angesehen und auch sie zwischen den Beinen berührt zu haben. Ebenso habe er sich mit dem damals neunjährigen Bruder der beiden einen Pornofilm angesehen.

Hoffen auf Bewährung

Wie der Angeklagte vor Gericht darlegte, will er mit seinem nahezu umfassenden Geständnis eine Vernehmung seiner Nichte unnötig machen. Gleichfalls strebt er an, wie sein Rechtsanwalt erklärte, mit dem Geständnis die Aussetzung der zu erwartenden Haftstrafe zur Bewährung zu erreichen. Mittlerweile nimmt der 39-Jährige an einer Gesprächstherapie in einer auf solche Straftäter spezialisierten Einrichtung teil. Auf die Frage des Vorsitzenden der Jugendkammer, ob er pädophile Neigungen an sich erkenne, antwortete er: „Das versuche ich jetzt herauszufinden.“

Wie die Mutter der Kinder vor Gericht schilderte, leidet die heute Zwölfjährige stark unter den Vorfällen und befindet sich seit über einem Jahr in psychotherapeutischer Behandlung. „Sie sagt, sie sei schmutzig, sei es nicht wert zu leben. Sie habe schon überlegt, was sie sich antun könnte“, gab sie die Verzweiflung des Kindes wieder.

Auch innerhalb der Großfamilie tue sich ein tiefer Riss auf, sie sei in zwei Lager gespalten. „Einige geben sogar mir und meinem Mann die Schuld für das, was geschehen ist“, sagte sie verständnislos den Kopf schüttelnd.

Das Verfahren vor dem Landgericht wird fortgesetzt.


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