Rettungsdienst wird verbessert DRK im Emsland begrüßt Notfallsanitätergesetz

Von Ludger Jungeblut

Das DRK begrüßt die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter. Von links: Christof Witschen, Norbert Jönen, Rettungsassistent Kai Gebhardt, Thomas Hövelmann, Rettungsassistentin Melanie Sobala, Lena Schwarz und Michael Speer. Foto: Ludger JungeblutDas DRK begrüßt die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter. Von links: Christof Witschen, Norbert Jönen, Rettungsassistent Kai Gebhardt, Thomas Hövelmann, Rettungsassistentin Melanie Sobala, Lena Schwarz und Michael Speer. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Als absolut notwendig haben Führungskräfte des Kreisverbandes Emsland des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Montag das Notfallsanitätergesetz des Bundes bezeichnet, das im vorigen Jahr in Kraft getreten ist.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung begründeten Geschäftsführer Thomas Hövelmann, der Fachbereichsleiter Rettungsdienst und Katastrophenschutz, Christof Witschen, sein Stellvertreter Michael Speer und Betriebsratsvorsitzender Norbert Jönen ihre positive Haltung zum Gesetz. Es schreibt verbindlich eine dreijährige Ausbildung fest und löst die bisherige Berufsbezeichnung „Rettungsassistent“ ab.

Im Emsland nehmen das DRK sowie für den Papenburger Raum der Malteser-Hilfsdienst den Rettungsdienst wahr.

Nach den Worten von Hövelmann galt auch für Rettungsassistenten bislang eine dreijährige Ausbildungszeit; die Anforderungen an die Qualifikation der Einsatzkräfte werden aber durch das Gesetz erhöht. Dadurch sollen die künftigen Notfallsanitäter laut Witschen in die Lage versetzt werden, auch dann lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen, wenn kein Notarzt zur Stelle ist.

Speer nannte ein Beispiel: „Wenn sich ein Kind beim Spielen den Arm bricht, sollte der Kollege eigenverantwortlich ein Schmerzmittel geben dürfen. Der Notarzt wäre dann in einem solchen Fall nicht erforderlich und frei für Einsätze, bei denen es um Leben und Tod geht wie Herzstillstand oder schwere Verkehrsunfälle.“

Witschen zufolge soll das Gesetz die Behandlung von Patienten besser regeln, um aus einer rechtlichen Grauzone herauszukommen. Er betonte, dass die Rettungsassistenten im Emsland dank ständiger Fortbildung schon jetzt in der Lage seien, zum Beispiel Patienten zu intubieren. Die DRK-Vertreter lobten in diesem Zusammenhang das Engagement des Leitenden Notarztes Dr. Wolfgang Hagemann und der DRK-Referentin für die Aus- und Weiterbildung im Rettungsdienst auf Landkreisebene, Daniela Leibinger.

Hövelmann: „Durch die ständigen Fortbildungen, die das DRK bezahlt und die als Arbeitszeit gilt, erfüllen unsere Rettungsassistenten schon jetzt viele Anforderungen, wie sie im neuen Notfallsanitätergesetz festgelegt sind.“ Laut Hövelmann ist die hohe Qualifikation des DRK-Rettungsdienstes im Emsland im DRK-Landesverband Niedersachsen allgemein anerkannt. Witschen zufolge werden auch die Kosten für die Weiterbildung zum Notfallsanitäter vom Arbeitgeber übernommen.

Die 22-jährige Praktikantin Lena Schwarz, die seit der vorigen Woche als dritte Kraft im Rettungswagen mitfährt, kann sich vorstellen, später als Notfallsanitäterin zu arbeiten. Zunächst muss sie aber drei Monate lang eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin sozusagen als Vorstufe zur Notfallsanitäterin absolvieren. Die junge Frau, die gelernte Bürokauffrau ist, ist durch Bekannte, die bereits im Rettungsdienst tätig sind, auf diese verantwortungsvolle Tätigkeit aufmerksam geworden.

Speer lobte in diesem Zusammenhang den Teamgeist im DRK-Rettungsdienst. Die Fluktuation unter den Rettungsassistenten des DRK-Kreisverbandes sei sehr gering, sagte er.

Zum guten Arbeitsklima im DRK-Rettungsdienst tragen laut dem Betriebsratsvorsitzenden Jönen auch Mitarbeiterbefragungen sowie Workshops für Kollegen bei, um herauszufinden, wo der Schuh drückt, um anschließend Verbesserungen zu erreichen.

Witschen: „Sehr wichtig ist für uns die Gesundheitsvorsorge der Kollegen sowohl im physischen wie im psychischen Bereich. Dank eines vom Europäischen Sozialfonds geförderten Modellprojekts ist der DRK-Kreisverband einer von 15 ausgesuchten Verbänden, die im Rahmen der Initiative ,Altersmanagement im Rettungsdienst‘ Erkrankungen vorbeugen wollen.“

Weitere Nachrichten aus Lingen finden Sie unter www.noz.de/lingen


Zum 1. August 2015 stellt der DRK-Kreisverband junge Menschen mit dem Berufswunsch Notfallallsanitäter ein. Voraussetzungen sind ein Realschulabschluss, ein Mindestalter von 18 Jahren sowie körperliche und psychische Belastbarkeit. Bewerbungen erbittet die DRK-Geschäftsstelle Meppen – Christof Witschen – Dalumer Straße 17, 49716 Meppen. Rettungsassistenten, die fünf Jahre oder länger tätig sind, müssen einen Kurs mit Prüfung absolvieren, um Notfallsanitäter zu werden (drei bis fünf Jahre Rettungsassistent: 470 Stunden weitere Ausbildung, bis zu drei Jahre: 960 Stunden).