Im Emslandmuseum Ausstellung in Lingen zeigt Aufkleber als Botschafter

Von Manfred Buschhaus

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Bürgermeister Heinz Tellmann machte sich vor der Eröffnung mit der Ausstellung vertraut. Foto: Manfred BuschhausBürgermeister Heinz Tellmann machte sich vor der Eröffnung mit der Ausstellung vertraut. Foto: Manfred Buschhaus

Lingen. „Kleb Dir einen – Aufkleber als Dokumente der 70er- und 80er-Jahre“ – unter diesem provozierenden Motto steht die aktuelle Ausstellung des Emslandmuseums Lingen. Von „Atomkraft? Nein danke!“ bis zu „Lingen ist Spitze“ zeigt sie eine vielfältige, auch ortsbezogene Auswahl der kleinen Sticker aus selbstklebender Kunststofffolie, die so unbekümmert ihre gar nicht überall gern gesehene Werbe- oder politische Botschaft in die Welt hinaus posaunten.

Die Ausstellung wurde durch Willi Brundiers, Vorsitzender des Museumsvereins, und von Lingens Erstem Bürgermeister Heinz Tellmann eröffnet. Anschließend weckten Museumsleiter Andreas Eiynck sowie die beiden Musealoginnen Birte Münsterjohann und Anna Binde mit Einführungen zur zeitgeschichtlichen Einordnung der Aufkleber-Bewegung sowie zur Gestaltung und zu den Zielen der attraktiven Sticker Lust auf mehr.

Überall im Emslandmuseum prangen die Aufkleber an Tafeln und Stellwänden. Bei näherem Hinsehen fallen ihre inhaltliche Ordnung zu verschieden Themen und die Gestaltung eines Kaffeebardioramas aus unzähligen Aufklebern auf. Texte und Erläuterungstafeln geben kurz und prägnant Information zu Inhalt und Geschichte.

So wird die Herkunft der weit über 1000 präsentierten Sticker aus privaten Spenden und mehreren großen und kleinen Leihgaben erklärt. Damit sei auch die Idee zu der aktuellen Ausstellung geboren worden.

Erst 1967 seien die ersten selbstklebenden Aufkleber aus Kunststofffolie auf dem Markt erschienen. Das habe sich als das Startsignal für einen beispiellosen Siegeszug der kleinen Werbeträger herausgestellt. Bald seien sie von keinem Auto, Fahrrad oder Möbelstück mehr wegzudenken gewesen.

Immer noch aktuell

Produktmarken und Parteien, Vereine, politische Forderungen, gesellschaftliche Missstände, Kunst oder auch skurriler Volkshumor – alles wurde mittels der kleinen praktischen Kleber transportiert. Von der Entstehung und Entwicklung dieser umfassenden Bewegung kündet die informative Ausstellung.

Tellmann erinnerte an die nach wie vor vorhandene Attraktivität der Aufkleber mit den „YES“- und „NO“- Kampagnen der schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen. Und an die vielerorts an Pkw zu findenden „Baby an Bord“-
Aufkleber. Sein Dank gelte den Leihgeber und den Mitarbeitern des Museums, die uns mit dieser Ausstellung durch viel Arbeit und Recherchen Näheres zu dieser Bewegung vermittelten.

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