Objekte schwebender Leichtigkeit LWH Lingen präsentiert Werke von Ingo Schnieders

Von Manfred Buschhaus

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Die Konzeptionen seines Werks  erläutert Ingo Schnieders während seiner Führung. Foto: Manfred BuschhausDie Konzeptionen seines Werks erläutert Ingo Schnieders während seiner Führung. Foto: Manfred Buschhaus

Lingen. „Ansichtssachen“ – unter diesem Titel zeigt das Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen-Holthausen im Foyer und den Fluren der Akademie Skulpturen des in Münster lebenden und arbeitenden jungen Bildhauers Ingo Schnieders.

Die Ausstellung wurde jetzt durch den Akademiedirektor des LWH, Michael Reitemeyer, und eine persönliche Einführung in Werk und Arbeitsweise sowie eine anschließende Führung durch Ingo Schnieders eröffnet. Sie kann noch bis Ende Oktober besichtigt werden. Die musikalische Begleitung lieferte Julius Kobor.

Zur Vernissage wurden die Kunstwerke auf weißen Stelen gezeigt, sodass sie auf Augenhöhe von allen Seiten optimal zu besichtigen waren. Gezeigt werden 20 artifiziell und sehr differenziert gearbeitete Kleinplastiken aus Steatit (Speckstein) , die sämtlich nicht figürlich gestaltet sind. Eine wertvolle Ergänzung stellen die begleitende Fotodokumentation und mehrere Skizzen des Künstlers dar. Auf ihnen können einzelne Schritte der Arbeitsweise des Künstlers und der schöpferische Prozess zu mindestens andeutungsweise verfolgt werden. Eine Werkliste mit den wichtigsten Angaben sowie ausliegende Visitenkarten vervollständigen die professionelle Herangehensweise.

Wenn man sich auf eine Konfrontation mit dem Werk von Ingo Schnieders einlässt, dann wird einem schmerzhaft bewusst, dass es hier nicht darum geht, ein Bild vom Menschen zu geben. Schnieders hat diesen ureigenen Anspruch der Bildhauerkunst – wie viele zeitgenössische Künstler – aufgegeben und nimmt den Betrachter dagegen mit auf dem Weg seines Ringens um den Stein.

So unterschiedlich die maximal 30 Zentimeter im Durchmesser messenden Arbeiten auch sein mögen, bei allen geht es um die äußere und innere Form des Steins, um die Farben und das Licht und um den Versuch, seine im Inneren verborgene Gestalt hervorzubringen und die schönen Seiten des Steatits hervortreten und leuchten zu lassen.

Das Grobe entfernt

Dazu kann auch gehören, dem kantigen Stein gerade das Kantige zu nehmen, dem Groben das Grobe, Unbearbeitete und seine geschmeidige schwingende Form hervortreten zu lassen. In anderen Fällen geht Schnieders so weit, durch Herausarbeiten seiner nach oben strebenden Formen dem Stein den Eindruck der steinernen Schwere zu nehmen und ihm den Eindruck der Leichtigkeit zu verleihen. Entstanden sind faszinierende Objekte von schwebender Leichtigkeit geradezu tänzerischer Grazie, bunt und belebt. Entspricht hier die äußere Form dem inneren Sein? – so wird sich Mancher fragen. Nun, man muss sehen.

Reitemeyer freute sich über die vielen Teilnehmer der Vernissage. Das müsse als schönes Kompliment für den Künstler gesehen werden, betonte er. Nach einer humorvollen Reflexion über die verschiedenen Inhalte des Wortes „Ansichtssachen“ stellte er die Biografie des Künstlers vor.

Solcherart anregend vorbereitet, stieß die Führung auf besonderes Interesse und entwickelte sich zu einem intensiven Dialog.

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