Kinder bessern Taschengeld auf Flohmarkt in Lingen: Die ersten Händler kommen nachts


wivo Lingen. Während die ersten Schnäppchenjäger am Samstagmorgen auf den Flohmarkt in die Lingener Schlachterstraße und der Neuen Straße strömen, harren einige Verkäufer schon seit Stunden an ihren Ständen aus.

Bereits um 23 Uhr am Vorabend hatten sich die ersten Anbieter die besten Plätze für ihre Tische, Teppiche oder ganze Pavillons ausgesucht, von denen sie ihr Angebot anpreisen. Wer einen guten Platz für seinen Verkaufsstand ergattern will, muss also entsprechend früh kommen.

Verkaufen dürfen im Rahmen des Altstadtfestes nur Privatpersonen und man findet an den Ständen fast alles: von Kinderspielen über Kleidung bis zum Auto. Viele Verkäufer geben an, dass sie einmal richtig entrümpelt haben, viele Sachen aber zu schade seien, um sie wegzuwerfen. Der Flohmarkt biete eine gute Möglichkeit, alte, aber gut erhaltene Dinge an andere weiter zu geben.

Um ihr Taschengeld aufzubessern, haben sich Jonah (11) und Jannis (14) bereits um sieben Uhr morgens ihren Platz ausgesucht. Die beiden Brüder möchten sehen, ob sie die Sachen noch verkaufen können, welche sie in ihren Kinderzimmern aussortiert haben. „Wir haben kein besonderes Ziel, auf das wir sparen, aber wir können das Geld bestimmt gut gebrauchen.“ lacht Jonas.

Einen schönen Familienausflug zum Flohmarkt machen auch Heinz Helming mit seiner Frau und seinem Enkel. Ab halb 10 bummeln die drei an den Verkaufsständen vorbei und der Kleine darf sich natürlich auch das eine oder andere Teil aussuchen.

Auch Luca (9) ist mit seiner Oma Marion Tessmer seit 6 Uhr morgens auf den Beinen. Aber nicht um zu kaufen, sondern um zu verkaufen. Bücher, Gesellschaftsspiele und Dinofiguren hat er von zu Hause mitgebracht und auch schon eine Menge verkauft, wie er sagt. Oma Marion betreut den Stand neben ihrem Enkel. „Ich mache das öfter, biete auch Schmuck an“, erklärt sie.

Aber es gibt offenbar nicht nur zweibeinige Schnäppchenjäger. Eine Damengruppe ruft lachend nach „Leo“, der sich unter die Käufer gemischt hat. Er wollte wohl auch einmal sein Glück versuchen. Frauchen ruft den Hund jedoch schnell wieder zurück, Leo hört brav und trottet auf seinen Platz.

An einer Ecke steht ein großer Pavillon. Mehrere Pfandfinder kümmern sich hier um den Verkauf. Die Sachen sind von Privatpersonen gespendet worden. Um vier Uhr morgens ist die ehrenamtliche Gruppe mit dem Aufbauen angefangen. Der Flohmarkt des Altstadtfestes ist nicht der Erste, den die Gruppe besucht. „Wir machen das öfter, meist in den Schulferien, wenn uns die Schulkinder helfen können. Das eingenommene Geld spenden wir dann an Kinder in Tansania, um ihnen einen Sekundarabschluss ermöglichen zu können. Bis jetzt wurden schon 8000 Euro gespendet“ ,erklärt Klaus Erdbrink, Gruppenleiter der Pfandfinder.