Altstadtfest mit viel Musik Riesenrad mit glänzendem Auftritt in Lingen

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Lingen. Einen glänzenden Auftritt hat das Riesenrad beim Lingener Altstadtfest hingelegt. In den Abendstunden war der Stahlkoloss ein echter Hingucker und die Aussicht atemberaubend. Zum Hinhören gab es auch wieder jede Menge bei der 34. Auflage des Stadtfestes.

‚Das mit dem Wetter geht doch auch besser!“ Der Frontmann von „Shit Happens“ brachte es Samstag gleich auf den Punkt. Nach dem Verwöhnwetter vom Freitag hatten es die Bands am Samstag deutlich schwerer, den Funken zum wasserscheuen Publikum überspringen zu lassen.

Aber gerade ‚Shit Happens‘, als Rockband der Herzen, trotzen diesem Missstand gewaltig und sorgten für eine ausgelassene Party am Amtsgericht auch unter Schirmen. Das Amtsgericht war überhaupt der Spielort für die etwas ausgefalleneren Leckerbissen. Am Freitag mit einem groß besetzten Auftakt durch die Schüler des Georgianums in „Georgie’s Groove Orchestra, mit ‚Niemand‘ und ‚Al Capalle‘. Hörenswert allesamt. Den Abschluss machten hier ‚Holmes & Watson‘ erfreulich folkig mit akustischen Gitarren und Mundharmonika.

Die bewährten Coverbands der Stadt fanden sich verlässlich am Pulverturm. ‚Mittwochz‘ und ‚Revoice‘... Hier erübrigt sich ein Kommentar, denn wer nicht da war, hat etwas verpasst (hätte das aber längst wissen können). Das war erste Sahne. Und so war es ebenso verlässlich auch gerappelt voll vor der Bühne. ‚Van de Noit‘ brachte selbst gemachten Blues Rock aus dem Emsland zu Gehör.

Anders am Universitätsplatz: Musik, die am Ende vom Schützenfest noch immer weh tut, garantiert, dass man sicher unter sich bleibt. („Ich bin solo, ich bin solo, ich bin solo – scheißegal…“) Wenn dann am Folgetag die Schlagercombo ‚Sunbeach‘ gefühlte 100 bis 150 Hörer unter die Zelte bringt, ist das eine Steigerung von mehreren 100 Prozent. Ein Achtungserfolg?

Die zwei Top Acts am Marktplatz fielen wohl schon wegen der Wetterverhältnisse recht unterschiedlich aus. Es war für ‚Die Kassenpatienten‘ am Freitag ein Leichtes, mit einem weitgestreuten Mix, der auch nicht vor platten Schlagern scheute, dem Marktplatz einige Stimmung zu verordnen. Hingegen hatten es am verregneten Samstag die Musiker von ‚Realive‘ mit ihren funkig-souligen Hits aus den 60ern und 70ern, das Publikum unter den Bierstanddächern hervorzulocken. Schade, denn handwerklich waren sie richtig gut.

Dass auch Musik aus der Dose richtig gut sein kann, gab es am neuen Rathaus zu erleben. Am Freitag war es das ‚Hipster Dance Massacre‘, am Samstag ‚Joko‘ und ‚DJ Kay Russell‘, die mit beinahe amtlichen Mixen zu später Stunde die Massen vor ihre Boxen lockten. Sehr laut allerdings.Hier trafen sich die Gehörlosen von morgen und es stellt sich die Frage, ob die hier verströmte Überdosis Lautstärke noch vertretbar ist. Und wer trägt schon Gehörschutz am Altstadtfest?

Musikalisch gesehen war das Altstadtfest ein guter Erfolg, den man gerne genießt, gerne auch im Riesenrad.

Eine traurige Tradition manifestierte sich bereits am Freitag, als schon vor 22 Uhr die ersten besinnungslosen Alkoholopfer abtransportiert werden mussten. Erschreckend, wie viele Kinder man hier mit Bierdosen antrifft. Solche Bilder sind überflüssig und schmälern den Musikgenuss und es ist längst Zeit, hier etwas zu ändern.


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