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21.09.2014, 18:55 Uhr BEIRAT IN LINGEN DISKUTIERT ÜBER LISTE

Spielplatzabbau in Lingen mit Fingerspitzengefühl

Kommentar von Thomas Pertz

Aufgegeben werden 20 Spielplätze in Lingen, darunter auch dieser in der Siedlung Hagengarten in Baccum. Foto: Thomas PertzAufgegeben werden 20 Spielplätze in Lingen, darunter auch dieser in der Siedlung Hagengarten in Baccum. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Die Stadt Lingen baut 20 von 126 Spielplätzen zurück, da es dort keine Nachfrage mehr gibt. Dazu ein Kommentar.

Spielplätze schließt keine Kommune gern, auch Lingen nicht. Aber angesichts von 126 solcher Flächen dort muss die Frage erlaubt sein,
ob jede einzelne noch benötigt wird. Wohnsiedlungen verändern sich, aus Förmchenbäckern werden junge Menschen, die
wegziehen und Eltern an Wochenenden besuchen.

Gut also, dass sich die Verwaltung des sensiblen Themas angenommen hat; noch besser, dass sie es nicht durch die Brille des Haushälters betrachtet, der nur Geld sparen will. Der Fachbereich Jugend, Arbeit und Soziales hat mit Fingerspitzengefühl im Zusammenspiel mit Ortsräten und Nachbarschaften eine Liste erarbeitet, die keine einfaltslose „Streichliste“ ist.

Auf 20 Flächen soll verzichtet werden, die doppelte Anzahl stand zunächst auf dem Papier. Einwände von Anliegern wurden nicht abgebügelt. Die Bereitschaft von Eltern, bei der Pflege der Plätze Hand anzulegen, trug mit dazu bei, Spielplätze zu erhalten. Dies zeugt von bürgerschaftlichem Engagement.

Dass in diesem Prozess nicht alles rund lief – Kommunikationspannen in Altenlingen und ein sprödes „Die Plätze bleiben, basta“ in Holthausen-Biene sind Beispiele – bleibt nicht aus. Entscheidend ist, dass weniger Spielplätze eine Stadt nicht weniger kinderfreundlich machen. Das bleibt Aufgabe jedes einzelnen Bürgers.