Bessere Versorgung der Bürger Rettungsdienst weitet Leistungen im Emsland aus

Von Ludger Jungeblut

Rettungswagen stehen vor der Notaufnahme des Bonifatius-Hospitals in Lingen. Foto: Ludger JungeblutRettungswagen stehen vor der Notaufnahme des Bonifatius-Hospitals in Lingen. Foto: Ludger Jungeblut

Meppen. Der Malteser-Hilfsdienst und das Deutsche Rote Kreuz im Emsland sind im Rahmen einer sogenannten Interimsvergabe vorläufig mit zusätzlichen Aufgaben im Rettungsdienst beauftragt worden, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.

Das hat Udo Mäsker, Pressesprecher des Landkreises, auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Die mit dem aktualisierten Bedarfsplan festgestellten erweiterten Leistungen im Rettungsdienst werden nach seiner Darstellung vergaberechtskonform europaweit ausgeschrieben. „Die hierfür notwendigen Angebotsunterlagen und Leistungsbeschreibungen werden derzeit vorbereitet.“ Mit Bekanntwerden der rettungsdienstlichen Veränderungen im Landkreis Emsland habe die Firma Falck aus Hamburg ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr beantragt, das durch diese zurückgewiesen worden sei. Hiergegen habe Falck Beschwerde beim Oberlandesgericht in Celle eingelegt; die Verhandlung sei Mitte Oktober vorgesehen.

Daneben erfolgte laut Mäsker eine Interimsvergabe, bei der Leistungen in fünf Gebietsabschnitten einzeln für die Dauer von sieben Monaten mit Option auf dreimonatige Verlängerung durch den Landkreis ausgeschrieben waren. Die entsprechenden Aufträge wurden nach Auswertung in einem Wettbewerbsverfahren dem Malteser-Hilfsdienst (Los eins) und dem Deutschen Roten Kreuz (Los zwei bis fünf) zum 15. September erteilt. Die Lose sehen laut Mäsker folgende Leistungen vor:

• Ein Rettungstransportwagen (RTW) mit Standort in Kluse, Montag bis Freitag von 19 bis 7 Uhr, an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr.

• Ein Krankentransportwagen (KTW) mit Standort in Papenburg, Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr.

• Ein RTW mit Standort in Haren, Montag bis Freitag von 19 bis 7 Uhr, an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr.

• Ein RTW mit Standort in Meppen, Montag bis Freitag von 19 bis 7 Uhr, an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr.

• Ein KTW mit Standort in Haselünne, täglich (einschließlich Samstage sowie Sonn- und Feiertage) von 7 bis 19 Uhr.

• Ein RTW mit Standort in Lünne, täglich von 7 bis 19 Uhr.

• Ein KTW mit Standort in Lingen, Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr.

• Ein RTW mit Standort in Werlte, täglich von 7 bis 19 Uhr.

Der Kreistag hatte den Bedarfsplan am 7. Juli verabschiedet, nachdem das Thema zuvor auch im Feuerschutzausschuss behandelt worden war. Seinerzeit hatte der zuständige Dezernent Marc-André Burgdorf die Notwendigkeit des Bedarfsplans damit begründet, dass der Rettungsdienst in die Lage versetzt werden soll, die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, in 95 Prozent aller Notfalleinsätze 15 Minuten nach der Alarmierung am Ort des Geschehens einzutreffen.

Unabhängig von der Interimsvergabe wurde ein RTW von der Wache in Papenburg nach Aschendorf abgeordnet und rund um die Uhr im dortigen Industriegebiet stationiert.


Rettungstransportwagen (RTW) werden immer dann eingesetzt, wenn Menschen in Lebensgefahr sind und jede Minute bis zum Eintreffen der Retter zählt. Wegen ihrer hervorragenden Ausstattung gelten sie als verlängerter Arm der Klinik. Im Notfall werden die Besatzungen von den Mitarbeitern der Rettungsleitstelle alarmiert, die rund um die Uhr den Notruf 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst entgegennehmen. Krankentransportwagen (KTW) dienen der Beförderung bettlägeriger Patienten. Die Rettungsleitstelle des Landkreises Emsland organisiert die einzelnen Fahrten und ist unter Telefon 05931-19222 erreichbar.