Fertigstellung 2015 geplant In Lingen entsteht eine neue Pflegeeinrichtung

Von Ludger Jungeblut

In Reuschberge hat der Bau einer Alten- und Pflegeeinrichtung unter dem Namen „APE Emsauenpark“ begonnen. Darüber freuen sich (von links) der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Reuschberge, Uwe Hilling, Schriftführerin Karin Börner, Schatzmeister Bernhard Behnke, Angela Linder und Kenneth Woods (beide GesA) sowie die ips-Architekten Tanja Roosmann und Paul Roosmann. Foto: Ludger JungeblutIn Reuschberge hat der Bau einer Alten- und Pflegeeinrichtung unter dem Namen „APE Emsauenpark“ begonnen. Darüber freuen sich (von links) der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Reuschberge, Uwe Hilling, Schriftführerin Karin Börner, Schatzmeister Bernhard Behnke, Angela Linder und Kenneth Woods (beide GesA) sowie die ips-Architekten Tanja Roosmann und Paul Roosmann. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Unter dem Namen „APE Emsauenpark“ soll Ende 2015 eine Alten- und Pflegeeinrichtung in Lingen-Reuschberge für 90 Bewohner in Einzelzimmern ihre Tore öffnen, nachdem jetzt mit dem Bau begonnen wurde.

Das haben der Lingener Architekt Paul Roosmann und der Geschäftsführer der Gesellschaft für soziale Aufgaben (GesA) mit Sitz in Goslar, Kenneth Woods, in einer Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft Reuschberge im Haus der Vereine unterstrichen.

Mehr als 50 Bürger nahmen an der Veranstaltung teil. Niemand wandte sich gegen das Projekt. Allerdings wurde der Wunsch geäußert, die Zahl der bislang geplanten 16 Parkplätze deutlich zu erhöhen. Woods unterstrich, dass sich die Kosten für einen Heimplatz im mittleren Preissegment bewegen werden. Die Zimmer werden laut Roosmann 18 Quadratmeter groß; hinzu kommen WC und Dusche mit weiteren 4,5 Quadratmetern. Einschließlich der Gemeinschaftsräume stünden 47,95 Quadratmeter Nutzfläche jedem Bewohner zur Verfügung.

Für Architektur und Planung ist die ips Projekte GmbH & Co. KG aus Lingen zuständig. Bauherr ist die APE Lingen Holding, Cadenberge. Die GesA wird die Einrichtung künftig betreiben. Sie ist bereits Trägerin von Pflegeeinrichtungen in Helmstedt, Hannover und Bad Nenndorf. Aktuelle Vorhaben sollen in Twist und in Wolfsburg umgesetzt werden, weitere, unter anderem auch im Emsland, sind laut Woods in Planung, aber noch nicht spruchreif. Einzelheiten des Projektes in Lingen, das durch eine aufgelockerte Bauweise gekennzeichnet ist, stellten die ips-Architekten Paul Roosmann und Tanja Roosmann vor, die sich mit ihrem Büro auf barrierefreies Bauen spezialisiert haben. Paul Roosmann zufolge beträgt die Nutzfläche des Neubaues 4315 Quadratmeter. „Diese Nutzfläche entspricht der Wohnfläche von 36 Einfamilienhäusern“, sagte der Stadtplaner. Im Erdgeschoss werden 16 Plätze für schwer demente Menschen geschaffen, die nach Abstimmung mit dem Vormundschaftsgericht, den Angehörigen und den Ärzten die Einrichtung ohne Begleitung nicht verlassen dürfen, weil sie sich sonst selbst gefährden würden. Zudem werden 22 Zimmer für die klassische Altenpflege eingerichtet. Im Obergeschoss werden 31 weitere Zimmer für demenzkranke Personen gebaut. Im Staffelgeschoss schließlich sind unter dem Begriff „YoungCare“ 21 Plätze für jüngere Menschen vorgesehen, die aufgrund von Unfällen oder Krankheiten, wie zum Beispiel Multiple Sklerose pflegebedürftig geworden sind. Roosmann und Woods machten deutlich, dass baulich alles getan werde, damit sich die Bewohner gut zurechtfänden. „Großen Wert legen wir auf die Gemeinschaftsküche in jedem Wohnbereich als Treffpunkt für die Bewohner“, hob der GesA-Geschäftsführer hervor.

An einer Spezialisierung der stationären Altenpflege führt laut Woods kein Weg vorbei. Die Schaffung ausreichender Plätze für Demenzkranke sei unverzichtbar, da die Angehörigen bei fortschreitendem Krankheitsverlauf die Pflege zu Hause nicht mehr leisten könnten, meinte er. „Unser Anspruch ist es, auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen einzugehen“, betonte Woods. Deshalb sei es unverzichtbar, die Biografie der Bewohner zu kennen. „Warum sollen zum Beispiel nicht einige Bewohner später geweckt werden, wenn wir wissen, dass sie gerne länger schlafen?“ Der GeSa-Geschäftsführer sprach sich dafür aus, dass Bewohner Haustiere halten dürfen, da diese eine wohltuende Wirkung hätten.

„Die größte Herausforderung wird für uns sein, gutes Personal zu finden“, betonte Woods und fügte hinzu: „Deshalb werden wir rechtzeitig mit der Akquise beginnen.“ Nach seinen Worten werden zwischen 60 und 70 Stellen geschaffen, die sich in Vollzeit- und Teilzeitstellen aufgliedern. Es gelte, qualifizierte Kräfte zu finden, die mit dem Herzen dabei seien und sich für die Aufgabe begeistern könnten. Uwe Hilling, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Reuschberge, erklärte zum Schluss der eineinhalbstündigen Veranstaltung: „Ich glaube, dass es eine gute Einrichtung wird.“ Er freute sich darüber, dass die Bevölkerung auch im Rahmen von Bauschautagen Gelegenheit bekommen soll, sich über das Vorhaben zu informieren.