Schöpfwerk offiziell eröffnet Lingen soll jetzt sicher vor Hochwasser sein

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Mit einer Schöpfleistung von 16 Kubikmetern Wasser in der Sekunde soll das am Dienstag von Oberbürgermeister Dieter Krone offiziell in Betrieb genommene Schöpfwerk im Mühlenbach an der Ems die Lingener in der Stadt bei Hochwasser vor nassen Füßen schützen.

Im Rückblick erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass sich die Stadt bereits seit über 50 Jahren mit einem wirksamen Hochwasserschutz beschäftige. „Und mit dem Einweihen des Schöpfwerkes haben die Baumaßnahmen rund um den Hochwasserschutz ihren Abschluss gefunden . Die Stadt ist seit heute sicher vor Hochwasser“, erklärte Krone.

In dem Schöpfwerk drehen sich vier Schnecken um die eigene Achse und können jede für sich rund vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Ems pumpen.

Es sei noch gar nicht so lange her, als Starkregenfälle die Stadt Münster unter Wasser gesetzt hätten und die Betroffenen noch heute darum kämpften, wer eigentlich für die vom Wasser verursachten Schäden aufkomme, sagte Krone.

Erste Konzepte zum Schutz gegen die Wassermassen der Ems, die via Mühlenbach in die Stadt gedrückt werden, gibt es bereits seit 1960. „Das Hochwasser von 1946, das die Innenstadt in einen großen See verwandelte und teilweise 1,50 Meter hoch in den Wohnungen stand, war damals noch vielen in Erinnerung“, betonte der Verwaltungschef.

Auch aus den Erfahrungen des Winters 1986/87 hat die Stadt gelernt. Damals fehlten nur wenige Zentimeter am Deich, und das Wasser wäre durchgebrochen.

Heute sind insgesamt 9,5 Millionen Euro für Deiche, Spundwände und Betonwände investiert worden, um die Stadt zu schützen. Alleine das Schöpfwerk habe mit rund 4,8 Millionen Euro zu Buche geschlagen, sagte Krone. Im Falle eines Hochwassers könne das Wasser aus dem Mühlenbach in die Ems „gehoben“ werden. Die Kosten für den Bau würden zu 50 Prozent von der Europäischen Union und zu 20 Prozent vom Land Niedersachsen getragen. Für die Stadt seien aber immer noch stattliche 1,44 Millionen Euro zu schultern. Abschließend wünschte sich Lingener Oberbürgermeister, dass trotz alledem „immer noch eine Handbreit Wasser unter der Oberkante des Deiches frei bleibt“.

Georg Tieben, Fachbereichsleiter Tiefbau und leitender Ingenieur für das Projekt, betonte, dass dieses Schöpfwerk nun der letzte Baustein vieler Maßnahmen für einen wirksamen Hochwasserschutz darstelle. „Sollte es wirklich zu einem Hochwasser kommen, werden wir alarmiert und entscheiden vor Ort, ob das Schöpfwerk in Betrieb gehen soll.“

Über die Leitstelle sei man genau informiert, wie die Pegelstände der Ems in den flussaufwärts gelegenen Städten wie Rheine oder Greven aussähen. Tieben: „Wir wissen, wann die Welle kommt und sind jetzt gewappnet.“

Weitere Nachrichten aus Lingen finden Sie unter www.noz.de/lingen


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN