Unterstützung durch Leader Renaissance für alte Apfelsorten in Lingen

Von Johannes Franke


Lingen. Sie heißen Gelber Richard, Kaiser Wilhelm, Roter Boskop, Ruhm von Kirchwerder, Pannemanns Tafelapfel oder Schöner von Nordhausen und sind alte Apfelsorten. Mehr als 60 wachsen an den 120 Apfelbäumen auf der Streuobstwiese des Hofes Krone-Raue in Clusorth-Bramhar.

Olaf Raue möchte die alten Obstwiesen wieder herrichten für Tiere und Pflanzen und sie für die Menschen erlebbar machen. Unterstützt wird sein Anliegen durch das Projekt der Leader-Region Südliches Emsland.

„KERNIG“ heißt das Landmagazin zur Streuobstwiese und „KNACKIG“ der Film . Beide Medien vermitteln die Erlebniswelt Streuobstwiese und nehmen die Leser und Zuschauer mit auf eine Reise in eine artenreiche Kulturlandschaft. Sie vermitteln die Bedeutung von Streuobstwiesen für die Natur sowie den Menschen.

Informationstafeln weisen auf den Sinn und Zweck von Streuobstwiesen hin. Sie stehen auf der „Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen“ als „stark gefährdet“. Für all dies stehen Leader-Mittel im Umfang von 23000 Euro zur Verfügung. Das NLWKN leitet 10600 Euro aus dem EU-Topf weiter. Die Bingo-Umweltstiftung ist mit 3200 Euro beteiligt. Die restliche Finanzierung übernimmt die Stadt. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sei ihr Bestand in Deutschland seit den 1950er Jahren stark zurückgegangen. Obst wurde mehr und mehr in Monokultur-Plantagen als Buschobst angebaut. Häufig mussten Streuobstwiesen auch für neue Baugebiete weichen.

Naturschützer, Landwirte, öffentliche Hand und Keltereien hätten sich dem Schutz und der Förderung von Streuobstwiesen angenommen. Streuobstwiesen seien mit bis zu 5000 Tieren extrem artenreich und ein wertvoller Lebensraum. Claudia Averbeck, Geschäftsführerin vom Projektbüro Pro-t-in, verwies auf diese „Erlebniswelt“ für Menschen und Tiere. Helmut Höke, Wirtschaftsförderer der Stadt, betonte den Teamgeist dieses Leader-Projektes und die Bedeutung für die einzelnen Ortsteile.

„Ich brenne für dieses Projekt, sehe nicht nur, dass die Bäume Früchte tragen, und freue mich auf das 8. Apfelfest vom 27. – 29. September auf unserem Hof “, so Raue.

„Zu meinen Aufgaben zählt auch der Erhalt von Streuobstwiesen als typisch ländliches Naturerbe“, betonte Oberbürgermeister Dieter Krone. Er hob die Bedeutung von Streuobstwiesen hervor und bezeichnete sie als wichtigen und zu fördernden Umweltbeitrag. Obstbäume mit „alten, verschollenen Sorten“ seien ein unverzichtbarer Kulturträger für die Menschen und gehörten zum Landschaftsbild dazu. Es sei wichtig, dass von Kindesbeinen an die Obstsorten nicht in Vergessenheit geraten dürften. „Sie gehören ins Bewusstsein und hier vor Ort kann der Erlebnisraum entdeckt werden“, sagte Krone.

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