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Flüchtlingsheim in Flammen Polizei schließt Anschlag in Lohne aus

Von Felix Reis


Lohne. Ein Flüchtlingsheim im Ortsteil Lohne in Wietmarschen ist in der Nacht zum Dienstag abgebrannt. Dabei spielten sich nach Darstellung der Polizei dramatische Szenen ab, da sich sieben Männer erst in letzter Sekunde selber aus dem lichterloh brennenden Haus retten konnten. Laut Polizei gibt es keine Hinweise für eine vorsätzliche Brandstiftung durch Täter von außen.

Vier der sieben Bewohner im Alter von 22 bis 48 Jahren kamen leicht verletzt zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Zwei Männer zogen sich leichte Rauchvergiftungen zu, zwei weitere trugen Fußverletzungen davon. Die drei anderen Männer wurden von der Gemeinde vorübergehend untergebracht. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehr als 150000 Euro. Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte ein 29-jähriger Bewohner des Wohnhauses auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in der Straße Alte Haare gegen 0.10 Uhr Brandgeruch festgestellt.

Er weckte daraufhin die anderen Bewohner, die wie er selbst im Obergeschoss des Hauses schliefen. Da die Männer das Gebäude nicht mehr über das verrauchte Treppenhaus verlassen konnten, retteten sie sich durch Fenster und über einen Balkon vor den Flammen. Nach Erkenntnissen der Polizei brach das Feuer in einer offenen Wohnküche im Erdgeschoss aus. „Für eine vorsätzliche Brandstiftung durch unbekannte Täter von außen liegen keine Hinweise vor“, erklärte ein Polizeisprecher am Dienstagmittag. Ob noch weitere Untersuchungen durch externe Brandsachverständige erfolgen sollen, muss von der Staatsanwaltschaft Osnabrück entschieden werden. Zwischenzeitlich konnten die Verletzten, die zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht wurden, dieses wieder verlassen und sind wohlauf. Auch sie wurden in andere Unterkünfte der Gemeinde Wietmarschen untergebracht.

Als das erste Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Lohne kurz nach Mitternacht an der Einsatzstelle eintraf, schlugen die Flammen bereits aus den unteren Fenstern. Der Einsatzleiter ließ sofort die Ortsfeuerwehren Wietmarschen und Schwartenpohl nachalarmieren. Mit vereinten Kräften gelang es, das Feuer zu löschen. Ein Trupp ging unter Atemschutz in das Gebäude vor und durchsuchte alle Räume. Mit der Wärmebildkamera wurde nach versteckten Glutnestern gesucht. Zuvor war es gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf eine angrenzende Scheune zu verhindern.

Bürgermeister Alfons Eling machte sich noch in der Nacht vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Brandes. „Ich bin sehr erleichtert, dass keine Bewohner ernsthaft verletzt worden sind“, sagte er unserer Zeitung.

Das betroffene Haus ist unbewohnbar. Eling veranlasste die Unterbringung der unverletzten Asylbewerber in einem gemeindeeigenen Haus im Ortsteil Wietmarschen.

Die Feuerwehren waren mit acht Fahrzeugen und 65 Einsatzkräften vor Ort. Die Bewohner wurden vom DRK betreut.

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