Zeitgeist der 70er und 80er Pril-Blumen und andere Aufkleber in Lingener Museum

Von Caroline Theiling-Brauhardt

Auch für den politischen Wahlkampf wurden Aufkleber verwendet. Foto: Caroline TheilingAuch für den politischen Wahlkampf wurden Aufkleber verwendet. Foto: Caroline Theiling

Lingen. Unter dem Motto „Kleb Dir einen“ präsentiert das Lingener Emslandmuseum ab Freitag, 19. September, typische Aufkleber der 70er- und 80er-Jahre. Die offizielle Eröffnung findet am 18. Dezember um 19 Uhr statt.

Schon beim Betreten des Museums empfängt den Besucher eine große Wand, vollgepflastert mit den verschiedensten Aufklebern. Die rund tausend Sticker zu unterschiedlichsten Themen stammen aus mehreren privaten Sammlungen. Eine ganze Anzahl bezieht sich auf regionale Themen und Ereignisse. Sie spiegeln den Zeitgeist insbesondere der 70er- und 80er-Jahre wider.

Schnell werden Erinnerungen wach an die berühmten Pril-Blumen oder die Zeit von „Atomkraft? Nein danke“, „Umweltschutz – mitmachen“ und „Hallo Nachbar – Frieden ist machbar“.

Sortiert nach Themengebieten wie Politik, Ortschaften, Sport oder Auto und Verkehr werden die kleinen bunten Bildchen an verschiedenen Stelltafeln präsentiert.

1967 erschienen die ersten selbsthaftenden Aufkleber aus Kunststofffolie. Damit begann der Siegeszug eines neuen Werbeträgers, der damals von Autos und Fahrrädern, Möbeln und Einrichtungsgegenständen einfach nicht wegzudenken war.

Produktmarken und Parteien, Vereine, politische Forderungen, gesellschaftliche Missstände, Kunst, Veranstaltungen und bloßer Nonsens waren Inhalte der ebenso bunten wie prägnanten Aufkleber.

Auf Autos und Straßenlaternen, an Hauswänden und Kühlschranktüren, auf Toilettendeckeln und Schulheften tobte der ideologische Kampf um Atomkraft, Pril-Blumen und Friedenstauben.

Doch auch aktuell sind Aufkleber ein beliebtes Accessoire. Noch heute erkennt man vielfach am Heck eines Pkw, mit welchem Bundesligaverein der Fahrer sympathisiert. Nicht wegzudenken sind auch nach wie vor die Paninibilder, die zu entsprechenden sportlichen Großereignissen wie Fußballweltmeisterschaften auf den Markt kommen und sich auf Tauschbörsen ungebrochener Beliebtheit erfreuen.