400-jährige Geschichte CDU Lingen besichtigt reformierte Kirche

Die evangelisch-reformierte Kirche in der Lingener Kirchstraße hat die Lingener CDU bei ihrem Ferienprogramm besucht. Foto: Richard HeskampDie evangelisch-reformierte Kirche in der Lingener Kirchstraße hat die Lingener CDU bei ihrem Ferienprogramm besucht. Foto: Richard Heskamp

Lingen. An der Besichtigung der evangelisch-reformierten Kirche in Lingen im Rahmen des CDU-Ferienprogramms haben jetzt 25 Personen teilgenommen. Dies hat der CDU Stadtverband mitgeteilt.

Unter dem Motto „Lingener Gotteshaus mit langer Tradition“ begrüßten Pastorin Wiebke Nehuis und Mitglieder des Kirchenrates die Teilnehmer. Die reformierte Kirchengemeinde kann auf eine über 400-jährige Geschichte zurückblicken. Beim Rundgang durch die Kirche wurde dies durch die Erläuterungen der Kirchenratsmitglieder immer wieder deutlich. So befindet sich im Chorraum eine Grabplatte mit plastischem Relief aus dem Jahre 1606. Die Orgel wurde 1772 gebaut.

Auch außerhalb des Kirchengebäudes sind historisch wertvolle Exponate zu bestaunen. Vor dem Turm steht eine Glocke aus dem Jahre 1556, die aus Sicherheitsgründen aus dem Glockenstuhl heruntergenommen wurde. Stolz ist man auch auf eine Rarität, eine Sonnenuhr, die sich am mittleren Außenpfeiler der südlichen Chorwand befindet. Sie ist eine der wenigen historischen Vertikaluhren des Emslandes und stammt aus dem Jahre 1628.

Einen breiten Raum nahm die theologische Ausrichtung der evangelisch-reformierten Kirche ein. So ging Pastorin Wiebke Nehuis auf die Unterschiede zur katholischen Lehre, aber auch zu den evangelisch-lutherischen Mitchristen ein.

Die heutige Theologie der Reformierten gehe im Wesentlichen auf den Reformator Johannes Calvin zurück, der die Lehre Martin Luthers weiterdachte und auch entscheidend die Struktur der Kirche veränderte. Ausdruck finde dies schon auf den ersten Blick beim Eintritt in das Kirchengebäude. Evangelisch-reformierte Kirchen fallen durch ihre Schlichtheit auf. Vergeblich hielten die Besucher Ausschau nach Bildern, nach einem Kreuz, nach dem Altar oder auch nach Kerzen. Die Bedeutung dieser Symbole aus der römisch-katholischen Tradition stimmten die evangelischen Kirchen generell nicht zu. Im Vordergrund stehe dagegen das zu predigende Wort. Von daher habe die Kanzel eine zentrale Bedeutung in dieser Kirche. Dennoch wurde im Laufe der Veranstaltung deutlich, dass man nicht so sehr mehr das Trennende zwischen den christlichen Konfessionen betonen möchte, sondern das Verbindende sucht.

„Uns allen ist bewusst, dass die ökumenische Zusammenarbeit intensiviert werden muss, wenn die Einheit der Christen als Auftrag gesehen wird und erfüllt werden soll“, hieß es zum Ende der Zusammenkunft von Gästen und Gastgebern gleichermaßen.