Verbesserungen in Planung 112.246 „Lili“-Tickets im ersten Jahr in Lingen verkauft

Von Wilfried Roggendorf


Lingen. Seit dem 2. September 2013 rollt der „Lili“-Bus, die Linie für Lingen, auf elf Linien durch das Stadtgebiet. Angesichts von 112.246 verkauften Einzelfahrscheinen innerhalb eines Jahres und 68 sogenannter „Schietwettertickets“, die von November bis März auf allen Linien gelten, spricht Oberbürgermeister Dieter Krone von einem Erfolg des Stadtbussystems.

„Ich hätte diese Zahlen vor einem Jahr nicht geglaubt, gerade nicht aus den ländlichen Stadtteilen“, freut sich Krone über die Entwicklung. Dabei lägen die tatsächlichen Fahrgastzahlen höher. „Viele Menschen mit einem entsprechenden Behindertenausweis nutzen den ‚Lili‘-Bus kostenlos“, sagt Krone. Busunternehmer Hermann Meyering, Vorsitzender der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE), ergänzt: „Für Umsteiger gilt der normale VGE-Tarif, wenn dies billiger ist als zwei Einzelfahrscheine für je 1,50 Euro.“ Deren Zahl könne er nur schätzen.

Krone unterstreicht die Bedeutung des Stadtbussystems: „Das ist ein Standortfaktor, mit dem wir für Lingen werben können.“ Der „Lili“-Bus sei auch ein Wirtschaftsfaktor, weil viele Menschen jetzt einfach und verlässlich beispielsweise zum Wochenmarkt oder Einkaufen in die Stadt gelangten. „Und man darf die Reduzierung des CO2-Ausstoßes nicht vergessen.“

Letzteres unterstreicht Arno Ester, Geschäftsführer der Stadtwerke Lingen: „Berufstätige verzichten auf einen Zweitwagen. Deren Zahl wird weiter steigen, weil die Benutzung des Busses selbstverständlich wird.“ Auch auf den Wohnungsmarkt in den Ortsteilen habe der „Lili“-Bus positive Auswirkungen. „Eigentümer haben mir gesagt, dass sie jetzt besser an Studenten vermieten können.“ Für die Studierenden des Campus Lingen ist die Nutzung des „Lili“-Busses im Semesterticket enthalten.

In den letzten Wochen ist die Zahl der Fahrgäste geringer geworden. Krone führt dies auf die Ferienzeit zurück. „Aber auch in den Ferien fährt der ‚Lili‘-Bus zuverlässig, und die Zahlen sind nicht so stark rückläufig, wie wir vorher vermutet haben.“

370000 Euro fixen Zuschuss zahlt die Stadt jährlich für den Betrieb, unabhängig davon, wie stark oder schwach einzelne Linien genutzt werden. „Als Betreiber sehen wir das Stadtbussystem als Gesamtpaket, das voll im Plan ist und so weiterbetrieben werden kann“, erklärt Meyering. Er würde es begrüßen, wenn die „Lili“ dauerhaft installiert würde.

Meyering betont, dass jetzt die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung und Optimierung des Stadtbussystems folgen müssen: „Es gab Hinweise von Bürgern, was nicht so gefallen hat.“ Nach Gesprächen, auch mit den Ortsräten, werde es in den nächsten Wochen zu einigen Änderungen kommen.

„In Bramsche wird die Linie 14 nicht mehr durch die schmale Geersstraße, sondern über die Kringsstraße und die Sommeringer Straße zurück auf die Bramscher Straße fahren. Hier werden zwei neue Haltestellen eingerichtet. “ Dafür entfalle die Stichfahrt zum Rosen-Technoliezentrum. „Die Haltestelle wurde kaum genutzt. Rosen fahren wir aber weiter am Kindergarten an.“

Auch in Damaschke gibt es eine Änderung. „Statt durch den Hessenweg an der Friedlandsiedlung vorbeizufahren, führt der Weg der Linie 11 jetzt über den Resedaweg und die Friedlandstraße mitten durch die Siedlung.“ Auch hier würden neue Haltestellen eingerichtet.

Das Versorgungszentrum an der Schillerstraße anzufahren sei zeitlich nicht möglich. „Dann würden wir aus dem verlässlichen Stundentakt geraten“, begründet Meyering dies. Bei Stefan Heskamp, Vorsitzender des Förderkreises Damaschke und CDU-Ratsmitglied, besteht zwar nach wie vor dieser Wunsch, aber „ich begrüße diesen Konsens ausdrücklich“. Der Fußweg von der Resedastraße bis zum Versorgungszentrum beträgt keine 500 Meter.

Meyering macht auf ein „Haltestellenprogramm“ aufmerksam. So würden an stark frequentierten Haltestellen, beispielsweise am Lingener Krankenhaus, Wartehäuschen aufgestellt. An anderen werde der Bordstein abgesenkt, um ein problemloses Einsteigen in die „Lili“-Busse möglich zu machen. Oberbürgermeister Krone hat noch einen weiteren Wunsch: Er wünscht sich den Einsatz von mehr Bussen im einheitlichen Design mit dem Logo der „Lili“-Busse.