Vanessa Maurischat zu Gast „Lilalaue Nacht“ begeistert 1200 Frauen in Andervenne

Von Manfred Buschhaus

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Andervenne. Vanessa Maurischat ist eine in Braunschweig geborene und in Berlin lebende und arbeitende deutsche Sängerin und Musikerin. Am Wochenende hat sie in Andervenne bei der emsländischen Kult-Comedy „Lilalaue Nacht – Kabarett nur für Frauen“ mit jeweils rund dreistündigen Auftritten an zwei Abenden vor einem fast ausverkauften Festzelt insgesamt circa 1200 Frauen begeistert.

Eingeladen worden war sie von der Theatergruppe Andervenne. Die hatte sich wie gewohnt nicht mit ihrer Rolle als Veranstalter begnügt, sondern sorgte mit ihrem entfesselten und originellen Aufspielen bei einem fantasievollen Rahmenprogramm dafür, dass die Veranstaltung zu einem Gesamtkunstwerk zusammenwuchs. Musikalisch tat die Band „The Emsland Spatzen“ alles für ein aufmunterndes Vorprogramm. Unter dem Motto „Amor & Psycho“ stand der Abend: Und so bevölkerten die bizarren Gestalten aus der griechischen Götterwelt ebenso die Bühne, wie die Tiefen und Untiefen der zwischenmenschlichen Befindlichkeiten die Themen bestimmten.

In einem faszinierenden „Schau“-Prozess wurde Vanessa Maurischat vor ein buntes Göttertribunal gezerrt und erst mit dem Zuruf eines der Olympiers „Vanessa, spiel um dein Leben!“ wieder entlassen.

Das tat sie in den folgenden drei Stunden auf beeindruckende Weise. Dozieren und vortragen vom Katheder oder von der Bühne, das ist nicht ihr Ding. Sie braucht den Kontakt zu den Menschen. Wie ein Irrwisch eilt sie durch die Zuschauerreihen, spricht die eine oder andere Frau an, stellt Fragen und packt dabei immer ins volle Menschenleben, – dorthin, wo es interessant ist.

Die Stichworte und auch die Pointen kommen oft aus der Menge. Maurischat greift sie auf, zieht sie ins Absurde, provoziert Zurufe, gibt Zeichen für einen Liedeinsatz und bietet kleine Show- und Tanzeinlage in der Menge.

So sorgt die Künstlerin dafür, dass alle den ganzen Abend unbändigen Spaß haben. – Eben genau das, was die Frauen in den „Lilalauen Nacht suchen und auch bekommen. So viel Leben hat Vanessa Maurischat noch nicht erlebt und sagte es freimütig: „Das hier ist einzigartig. Ich hoffe, dass Ihr Euch das ganz lange erhalten könnt!“

Dann wieder ganz die Solistin: „Eigentlich bin ich Barpianistin“, outet sie sich. Wie zur Bestätigung spielt sie am Klavier etliche Melodien, variiert und improvisiert sicher und verliert dabei nie ihren Faden – ein Phänomen.

Welche Themen werden nun auf die kabarettistische Gabel genommen? „Wo lernt man hier jemanden kennen?“, fragt sie. „Wer hat noch kein Liebeslied bekommen?“ „Ich ende genauso wie meine Eltern!“ – Also alles, was aus den Ecken der Beziehungskisten herausdrängt und schon immer mal thematisiert werden sollte. Alltägliches, aber auf unnachahmliche Weise auf die absurde Spitze getrieben. Und eine rasante Pointe folgt der anderen. Der Schluss kam etwas abrupt, aber eine Zugabe „ist drin“. Wieder eine tolle „Lilalaue Nacht, Kabarett nur für Frauen“.


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