Sitzung des Kulturausschusses Kritik an fehlender Medienpräsenz beim WKT in Lingen

Der Zulauf war überschaubar, die Begeisterung groß beim samstäglichen Freundschaftsabend mit Musik von UNISONO. Beklagt wird indes die fehlende Medienpräsenz.Der Zulauf war überschaubar, die Begeisterung groß beim samstäglichen Freundschaftsabend mit Musik von UNISONO. Beklagt wird indes die fehlende Medienpräsenz.

Lingen. Der Unmut im Kulturausschuss der Stadt Lingen wegen fehlender oder nur mäßiger überregionaler Berichterstattung über das Weltkindertheaterfest (WKT) ist groß.

So groß, dass es nicht nur harsche Kritik in Richtung Kultusministerin Gabriele Heinen-Kljajic als Schirmherrin wegen mangelnder Präsenz zur Eröffnungsfeier gab. Auch dem städtischen Kulturamt wurde mehr oder weniger vorgeworfen, hier ideenlos gewirkt zu haben.

Doch zunächst lief alles gut: Nach dem Besuch einer Aufführung der Kindertheatergruppe Theatrical Cultural Artistic Center „Populo“ aus Griechenland im Theater an der Wilhelmshöhe ging es hinüber in den Saal Wilhelmshöhe, um sich hier eine erste Zwischenbilanz vom künstlerischen Leiter des WKT , Nils Hanraets, geben zu lassen.

„Alles läuft hervorragend mit wunderbaren Aufführungen und einer unglaublichen Beteiligung“, ließ Hanraets die ersten Tage des Festivals Revue passieren. Zugleich dankte er der Stadt Lingen für ihr finanzielles Engagement in Höhe von 250000 Euro und den Sponsoren mit einer weiteren Viertelmillion Euro, ohne die das WKT nicht stattfinden könne. Viel Lob zollte der künstlerische Leiter aber auch den Gastfamilien und dem beispielhaften ehrenamtlichen Engagement vieler Vereine und Verbände.

Nach all den lobenden Worten fand es Grünen-Ratsherr Michael Fuest „schade“, dass dies von den überregionalen Medien anscheinend nicht so wahrgenommen werde. „Wir haben uns die Finanzierung für dieses Fest mühsam zusammengeholt, und deshalb muss man sich über Mehrwert und Nachhaltigkeit unterhalten. Es muss etwas geschehen, sonst können wir das in dieser Form in vier Jahren knicken“, mahnte der Grünen-Ratsherr.

In die gleiche Kerbe schlug, wenn auch nicht so drastisch, Björn Roth seitens der CDU. „Ich kann das, was Michael Fuest gesagt hat, nur unterstreichen. Bei solchen Veranstaltungen müssen wir uns als Region stärker positionieren.“

Hanraets und Rudi Kruse, Fachbereichsleiter Kultur, hielten dagegen, dass man sehr wohl die Medien in vielfacher Form kontaktiert habe. „Die Kinder bekommen aber leider nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Das Kindertheater hat einfach nicht den Stellenwert.“

Dass man das WKT „auf keinen Fall knicken darf“, forderte Jens Beeck für die Liberale Fraktion. Vielmehr sei zu überlegen, ob man für dieses Festival nicht einen bekannten Schauspieler oder Politiker gewinnen könne. „Die bringen dann die erwartete Presse von allein mit“, schlug der Liberale vor.

Abschließend relativierte Fuest noch einmal seine Aussage mit den Worten, dass man nicht ganz auf das WKT verzichten sollte, aber: „Je weniger wir mit dem Festival von außen wahrgenommen werden, desto weniger Sponsoren werden wir auf Dauer auch bekommen.“


Die Stadt Lingen wird während des Welt-Kindertheater-Festes einmal mehr zum Ort interkultureller Begegnung, an dem lebendiger Dialog - über alle Sprachbarrieren hinaus - in Gang gesetzt wird. Andere Kulturen und Menschen kennzulernen, über Tanz und theater zusammenzufinden: Das ist die Intention dieses Festes.

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