Welt-Kindertheater-Fest 2014 Palästinenser spielen eigene Geschichte in Lingen


ploe Lingen. Ein Rap-Video mit dicht geschnittenen und schonungslosen Bildern aus den sogenannten „Krisengebieten“, mit anklagenden Textzeilen wie „…wir sind das Volk der Unterdrückten…“, im Hintergrund immer wieder vernehmbar das Wort „Dschihad!“ – zum Auftakt des Beitrags der Gruppe aus Palästina stockte einem unweigerlich der Atem.

Dies ist eine unverhohlene Anklage an einen aggressiv agierenden Staat Israel, in der die wichtigsten Daten der Beschneidung palästinensischen Lebensraums beim Namen genannt werden.

Vier Jungen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren geben in ihrem schlichten wie leidenschaftlichen Beitrag einen nachhaltigen Einblick in ihr Leben. Ein Leben in ständiger Enge und mit Checkpoints auf dem Schulweg. Sie erzählen quasi ihre eigene momentane Geschichte von vier Kindern, die aus ihrem Flüchtlingslager in das reiche, große und freie Deutschland reisen und von den so unterschiedlichen Lebensumständen selbst irritiert sind.

Dabei haben sie eigentlich gar keine Lust, sich mit Politik zu befassen, lieber beschreiben sie ihren Alltag in einem so widersprüchlichen Land wie dem ihren, zeigen, wie sie als Kinder ihre Welt zu erfahren lernen. Sie spielen mit einigem Witz und mit dem Finger tief in der Wunde.

Authentizität, grenzenlose Spiellust und jugendliche Unbefangenheit ließen diesen Beitrag zu einem unvergesslichen werden. Beinahe ohne Requisit war dies ein starkes Stück, das tosenden Applaus erntete.


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