502 Dauerpflegeplätze Seniorenheime in Lingen sind ausgelastet

Drei- bis viermal pro Jahr besucht der Seniorenberater der Stadt Lingen, Erwin Heinen, durchschnittlich jedes Seniorenheim in der Stadt – auch bei Beschwerden von Bewohnern und Angehörigen. ArchivfotoDrei- bis viermal pro Jahr besucht der Seniorenberater der Stadt Lingen, Erwin Heinen, durchschnittlich jedes Seniorenheim in der Stadt – auch bei Beschwerden von Bewohnern und Angehörigen. Archivfoto

Lingen. Seit zwei Jahren ist Erwin Heinen hauptamtlicher Seniorenberater der Stadt Lingen. Zuständig ist er auch für die Aufsicht über die Seniorenheime im Stadtgebiet. Mindestens einmal im Jahr muss jedes Heim besucht werden, Heinen besucht jede Einrichtung „so drei- bis viermal im Jahr, auch bei Beschwerden von Angehörigen oder Bewohnern“.

Beschwerden von Bewohnern und Angehörigen beträfen zum Beispiel zu lange Reaktionszeiten in der Nacht oder den großen Bereich der Medikamentenversorgung. Viele Beschwerden würden dabei in den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Einzug in ein Seniorenheim kommen“, erklärt Erwin Heinen.

Der Fachmann geht solchen Hinweisen nach, führt bei Bedarf Einzelgespräche mit den Bewohnern und setzt sich anschließend mit den Heimleitungen zusammen. „In Lingen haben wir mit allen Einrichtungen aber ein faires und kooperatives Miteinander, auch wenn ich meine Besuche zumeist erst kurz zuvor anmelde“, berichtet Heinen auf der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Familie, Soziales und Integration.

Die Qualität der Arbeit in den Pflege- und Senioreneinrichtungen in Lingen ist nach seiner Einschätzung insgesamt gut. So gibt es aktuell in der Stadt 502 Dauerpflegeplätze, 24 Kurzzeitpflege- und 43 Tagespflegeplätze. Die Dauerpflegeplätze werden in der Stadt Lingen im Haus Simeon (56 Plätze), im Haus Mutter Teresa (64 Plätze), im Stephanushaus (114 Plätze), im Haus Georg (32 Plätze), im Wohnstift Lingen mit 93 Plätzen, im Kursana Domizil (118 Plätze) sowie in der Einrichtung Bonum Vitae (25 Plätze) vorgehalten. Derzeit in Planung ist zusätzlich eine Einrichtung im Emsauenpark in Reuschberge mit 90 Plätzen und die Erweiterung von „Bonum Vitae“.

„Nach den einschlägigen Bedarfsberechnungen ist der Bedarf damit zumindest mittelfristig gedeckt“, erklärte Heinen den Ausschussmitgliedern. Ausgewirkt auf die Auslastung der Alten- und Pflegeheime in der Region und somit auch in Lingen habe sich die zum 30. September dieses Jahres geplante Schließung der Altenpflegeeinrichtung St.-Matthias-Stift in der benachbarten Gemeinde Wietmarschen. „Hatten wir zuvor vor allem im Kursana Domizil noch Kapazitäten frei, sind derzeit alle Einrichtungen in Lingen gut ausgelastet“, berichtete Heinen weiter.


Seniorenberater der Stadt Lingen

Seit 1991 gibt es in der Stadt Lingen eine hauptamtlich tätige Person zur Unterstützung der Seniorenvertretung: Nach Alfons Brink und Bernhard Brinker ist seit nunmehr zwei Jahren Erwin Heinen für die Belange der Generation „55plus“ – laut Definition gelten alle Personen mit ihrem 55. Geburtstag als Senioren – zuständig.

Sein Aufgabenbereich gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche. Da ist zum einen die Seniorenberatung, die neben der fachlichen Begleitung der Seniorenvertretung auch die Einzelberatung umfasst. „Dazu gehört zum Beispiel eine Wohnraumberatung, wenn es um den Wunsch nach baulicher Veränderung geht oder möglicherweise auch um den Verkauf des Hauses, um sich räumlich zu verkleinern“, schilderte Heinen bereits im Rahmen eines Themas der Woche in der Lingener Tagespost Gespräche aus dem Beratungsalltag.

Der Fachmann arbeitet außerdem eng mit Einrichtungen zusammen, die in der Seniorenarbeit tätig sind, zum Beispiel mit dem Freiwilligenzentrum Lingen und dem Mehrgenerationenhaus. Insgesamt sind derzeit rund 60 Vereine und Verbände in der Seniorenvertretung der Stadt organisiert.

„Aktuell bereiten wir auch eine Seniorenbefragung vor“, berichtet Heinen in der jüngsten Sitzung des Lingener Ratsausschusses für Familie, Soziales und Integration. Im Rahmen einer Kooperation mit „Lingen Wirtschaft Tourismus“ sollen die Einschätzungen der Senioren zu Einkaufsmöglichkeiten, zum Kunderservice oder auch zur Erreichbarkeit der Innenstadt erfragt werden. Die auch in den Ortsteilen geplante Umfrage soll im Herbst dieses Jahres stattfinden.

Nach Aussage von Heinen gliedert sich das Projekt „Seniorenfreundliches Lingen“ in die fünf Bereiche Wohnen im Alter, Mobilität und Einkaufsmöglichkeiten, Kultur und Freizeit, Pflege und Versorgung sowie den Seniorenservice. „In allen Bereichen hat sich in den vergangenen Jahren viel getan“, betonte Heinen.

So gebe es in Lingen aktuell unter anderem sechs ausgebildete Wohnberater, einen Begleitservice im Freiwilligenzentrum, das Lili-Bussystem für eine bessere Mobilität, aus dem Arbeitskreis „Vernetzung“ ist laut Heinen die inzwischen zum dritten Mal erschienene Seniorenzeitschrift „Drehscheibe“ entstanden, und ab dem Wintersemester 2014/15 gebe es einen Seniorencampus mit speziellen Angeboten der Hochschule.

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