Zwei Konzerte am Wochenende Unisono musiziert in Lingen für Menschen in Afrika

Von Johanna Lügermann


Lingen. Einklang lautet die italienische Übersetzung von unisono. Dieser Name trifft für das Projekt von Jugendlichen gleich in zweifacher Hinsicht zu. Mit ihrer Musik sammeln sie Spenden für Not leidende Menschen in Afrika und haben bereits über 10000 Euro zusammengebracht.

Am Freitag, 13. Juni, gibt die Gruppe um 19 Uhr ein Konzert auf dem Lingener Marktplatz. Am Samstag, 14. Juni, tritt Unisono um 19 Uhr auf dem Universitätsplatz auf. „Unisono heißt es, wenn mehrere die gleiche Melodie spielen. Diesen Namen habe ich nicht nur für unser Projekt gewählt, weil wir Musik machen, sondern weil bei uns alle an einem Strang ziehen, damit es funktioniert“, erklärt Lukas Maximilian Lessing, Initiator von Unisono . Die 25 aktiven Mitglieder des Vereins geben am Freitag und Samstag wieder Sommerkonzerte in der Lingener Innenstadt.

Mit einem solchen Konzert begann die Geschichte der Gruppe im Jahr 2012. Nur wenige Wochen zuvor hatte Lessing die Idee, sich für den guten Zweck zu engagieren. „Viele Bekannte aus meinem Freundeskreis spielen Musik, und als ich fragte, ob jemand Interesse daran hat mitzumachen, erklärten sich spontan einige von ihnen bereit“, berichtet Lessing, „natürlich gibt es viele skeptische Blicke, wenn man ein neues Projekt auf die Beine stellen will, doch davon darf man sich nicht verunsichern lassen.“ Die Stadt Lingen sponserte die Bühne und machte so den ersten Auftritt der Gruppe mit Klavier, Schlagzeug und Chor möglich. Bei diesem Auftritt erzielte die Band bereits eine Spendensumme von 2052 Euro. Schnell wuchs die Gruppe durch neue Mitglieder mit weiteren Instrumenten. Die Jugendlichen, die sich an dem Projekt beteiligen, sind zwischen 15 und 22 Jahre alt, und der größte Teil von ihnen besucht derzeit eine Schule. Für die wöchentlichen Treffen stellt die Gebrüder-Grimm- Schule am Wochenende Räume zur Verfügung. „Die Proben sind schon wirklich zeitaufwendig, aber es gibt Momente, in denen wir sehen, dass es sich lohnt“, erklärt Steffen Weltring.

Die Gruppe tritt bei privaten und öffentlichen Anlässen auf. „Wir haben schon bei Geburtstagen, Schützenfesten, Messen oder auch einmal auf Einladung einer Musikschule gespielt“, so Lessing. Besonders wichtig sei für die Gruppe der Emsländische Jugendförderpreis 2013 gewesen, „es war der Auslöser für viele weitere Auftritte. Allein an diesem Abend bekamen wir sieben Anfragen“, erinnert sich Gerhard Krupp. Eine feste Gage gibt es für die Auftritte nicht, allein die Fahrtkosten müssen gedeckt sein. Es geht der Band darum, ihre Spendenboxen aufstellen zu können. „Mit unserer Musik können wir Menschen berühren und überzeugen, wir können sie aufmerksam machen und dazu bringen, dass sie spenden“, freut sich Krupp. Dass die Spenden wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, garantiert die Zusammenarbeit mit der Lingener Organisation „project help e.V.“. Einen Scheck über 5000 Euro überreichten drei Mitglieder von Unisono persönlich. Sie besuchten auf eigene Kosten „Mama Amalia“ in Kapstadt, dort werden vernachlässigte Kinder betreut. „Für uns war diese Reise ein Ansporn. Wir haben gesehen, dass man wirklich etwas verändern kann und dass dafür keine riesigen Summen notwendig sind“, meint Lessing, „die Jugendlichen dort waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen und herzlich. Ihre Wertschätzung des Lebens zu sehen war eine unbeschreibliche Erfahrung.“

Vor zwei Wochen erreichte das Projekt Unisono die Spendensumme von 10000 Euro. Als Ansporn versprach die Gruppe ein Privatkonzert für die Überweisung des letzten Betrags, der zu dieser Summe führte. „Es war zugleich ein Zeichen der Dankbarkeit für die Unterstützung, die wir erfahren“, sagt Weltring. Eine Auszeichnung für ihr Engagement erhält die Gruppe im September bei einem Empfang im Schloss Bellevue, dem Dienstsitz des Bundespräsidenten. Unisono beteiligte sich am bundesweiten Wettbewerb „Jugend hilft“ und hat einen Preis sowie ein mehrtägiges Coaching gewonnen.

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