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Großes Lob von allen Seiten Kivelinge erobern die Herzen der Bürger in Lingen



Lingen. Es war ein imposantes Bild, das sich den zahlreichen Menschen am Pfingstmontagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen nahe an 30 Grad auf dem Marktplatz bot. Kurze Zeit später wurde das Bild durch Gewitterregen getrübt.

Angeführt von Kommandeur Karl-Hermann Pingel und seinen Adjutanten Lukas Hörmann und Konstantin Lögers hoch zu Ross, zogen zuerst die Bürgerschützen mit Frauen und Kindern und dann die Sektionen der Kivelinge mit ihren Marketenderinnen auf den Lingener Marktplatz ein.

Andreas Eiynck kommentierte den Aufmarsch der weit über 1000 Teilnehmer und gab den Zuschauern ausreichende Informationen. Besonders begrüßte er Lingens Ehrenbürger Bernhard Grünberg. Auf der Rathaustreppe stand das Königspaar bereit, um von Oberbürgermeister gekrönt zu werden. Krone bedankte sich im Namen der Bürger für das sensationelle mittelalterliche Spectaculum am Samstag und Sonntag. „Eine bessere Werbung für die Stadt Lingen gibt es nicht“, sagte Dieter Krone vor der Krönung.

Der tosende Beifall, der über den Marktplatz schallte, gab ihm recht. Mit den sieben Königsketten aus dem 15. bis 20. Jahrhundert hatte König Philipp Stöckler dann schwer zu tragen. Ehrenmitglied Friedrich-Wilhelm Gelshorn hängte Königin Friederike Lindgen die sechs Königinnenketten um; die älteste ist die Vogelkette aus dem 16. Jahrhundert.

Mit einem dreifachen „Civis, Civis, Civibus“ bedankte sich der König. Frisch gekrönt reihte sich dann das Königspaar in der Kivelingskutsche in den Festumzug durch die Innenstadt ein. Musikalisch aufgelockert wurde der Zug durch mehrere Fanfarenzüge und Musikkapellen. Eine kurz zuvor eingehende Unwetterwarnung mit starkem Regen sollte sich bewahrheiten. Als die Spitze des Zuges wieder auf dem Marktplatz eintraf, stürmte es und schüttete es wie aus Eimern. Das tat der Stimmung keinen Abbruch. Jubelnd trotzten die Teilnehmer dem Unwetter und zogen weiter zur Wilhelmshöhe.

Beim traditionellen Königsfrühstück mit mehreren Hundert Gästen im Park der Wilhelmshöhe hätte hingegen das Wetter nicht besser sein können. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone fand in seiner Rede für den Einsatz der Kivelinge, der Marketenderinnnen, der vielen freiwilligen Helfer, der Bürgerschützen und der vielen Sponsoren Worte der Superlative. „Es ist nicht nur grandios, sensationell und bombastisch. Nein, was ihr für uns Lingener in den letzten Tagen auf die Beine gestellt habt, kann nur mit einer neuen Wortschöpfung eingefangen werden: Es ist wahrlich ‚kivelingistisch‘.“

Krone zufolge bedeuten Kivelinge ja bekanntlich „kleine Kämpfer.“ Während des Kivelingsfestes am Samstag und Sonntag seien die unverheirateten Bürgersöhne über sich hinausgewachsen und zu großen Kämpfern geworden. „Ihr habt Unmögliches möglich gemacht und ein mittelalterliches Spektakel in der Innenstadt gezaubert, das alle bisherigen Feste übertrifft.“ Die grundlegende räumliche Entzerrung des Marktplatzes, die Einbeziehung des Universitätsplatzes, das neue Sicherheitskonzept und der neue Standort des Königsthrones – all diese Ideen seien voll aufgegangen. Ein besonderes Lob sprach der Oberbürgermeister dem Kommandeur Karl-Hermann Pingel und seinem
Team aus. Der Vorsitzende des Fördervereins, Heinrich Gehring, freute sich ebenfalls über das gelungene Fest.

Glückliche Gesichter

Pingel sagte in seiner Begrüßung: „Ich sehe erschöpfte, aber glückliche Gesichter. Wir haben in den letzten Tagen und Wochen, vor allem aber in den letzten Tagen, viel geleistet. Wir haben der Stadt Lingen ein Volksfest geschenkt, wie man es in Deutschland bestimmt nicht ein zweites Mal finden wird.“ Aus seiner Sicht gibt es keinen besseren Zeitpunkt und keinen schöneren Anlass, um mit Freunden das Kivelingsfest zu feiern. Es sei eine unvergleichliche Stimmung, wenn „die Leute zusammenzucken, weil die Schrecken-
steiner mal wieder eine Münze prägen, wenn die Leute einen Schritt zurücktreten, weil Feuerspucker am Werk sind, wenn die Stadt voller Stroh ist und alles danach riecht, die Leute um ein Feuer sitzen und am Stockbrot knabbern, die Kids sich mit Holzschwertern kibbeln oder gespannt vor dem Theaterspiel sitzen. Wenn wir der handgemachten Musik lauschen und unsere Krüge fest zusammenstoßen.“ Die Kivelinge seien nur deshalb so stark, weil alle mit dem Herzen dabei und sich in den Zielen einig seien.

Verantwortung

In diesem Sinn äußerte sich auch der amtierende König Philipp Stöckler. „Die meisten Kivelinge treten zwischen ihrem 16. und 20. Lebensjahr dem Bürgersöhneaufzug bei, entscheiden sich für eine der Sektionen und bleiben mit ihr meist ein Leben lang verbunden. Wir übernehmen Verantwortung und agieren auch dementsprechend. Die große Gemeinschaft, die wir im Kivelingsverein erfahren, ist nicht nur einzigartig, sondern wirkt sich auf die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen aus.“

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp betonte: „Früher haben die Kivelinge die Eroberung der Festung Lingen verhindert, heute erobern die Kivelinge die Herzen der Lingener Bevölkerung.“

Höhepunkt des Königsfrühstücks war die Ernennung von Detlef Rosemann, Christoph Böckmann und dem früheren König Christian Gehring zu Ehrenmitgliedern. Gehrings Mitregentin Anne Altevers (heute Ester) erhielt die Ehrenspange. Für besondere Verdienste bekam Hendrik Kampmann das Verdienstkreuz der Kivelinge. Der Präsident der Lingener Bürgerschützen, Ludgerus Determann, hob das enge Verhältnis zu den Kivelingen hervor.


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