Kritik an den Plänen Telekom will Telefonzellen in Lingen abbauen

Als „extrem unwirtschaftlich“ gilt unter anderem die Fernsprecheinrichtung an der Kiesbergstraße. Deswegen möchte sie die Telekom abbauen. Foto: Felix ReisAls „extrem unwirtschaftlich“ gilt unter anderem die Fernsprecheinrichtung an der Kiesbergstraße. Deswegen möchte sie die Telekom abbauen. Foto: Felix Reis

Lingen. Die Telekom möchte in Lingen sieben Telefonzellen abbauen, die nach Ansicht des Unternehmens als „extrem unwirtschaftlich“ gelten. Die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses (PBA) der Stadt Lingen wollen das aber nicht – und zwar parteiübergreifend.

Was zunächst nur als Mitteilung der Verwaltung angenommen wurde, änderte sich plötzlich, nachdem sich Grünen-Ratsfrau Birgit Kemmer danach erkundigte, ob möglicherweise auch die Telefonzelle an der Kiesbergstraße, gegenüber des Christophorus-Werkes, mit auf der Liste stünde.

Ein bejahendes Nicken vonseiten der Verwaltung rief Uwe Hilling auf den Plan, der sich ohne Wenn und Aber dagegen aussprach: „Diesem Wunsch der Telekom werden wir so nicht zustimmen. Wer in Lingen ohne Handy unterwegs ist, der ist heute schon ziemlich aufgeschmissen, weil es kaum noch öffentliche Fernsprecheinrichtungen in der Stadt gibt.“

In die gleiche Kerbe schlug auch Kemmer: „Wenn ein Bewohner des Christophorus-Werkes mal seine Eltern anrufen möchte, aber kein eigens Mobiltelefon besitzt, ist er auf diese öffentliche Telefonzelle angewiesen. Weitere dieser Einrichtungen gibt es weit und breit nicht – abbauen, das geht gar nicht“, betonte sie in Richtung Verwaltung.

Grundinfrastruktur

Dem konnte auch Monika Heinen, CDU, nur zustimmen. „Zunächst sollten wir einmal erfahren, wie oft die Telefonzelle genutzt wird, und dann können wir immer noch entscheiden, ob ein Abbau wirklich notwendig ist.“

Reinhold Diekamp pflichtete ihr bei. Der CDU-Politiker erinnerte im gleichen Atemzug auch daran, dass die Telekom in Sachen „Grundinfrastruktur“ auch den Auftrag habe, eine gewisse Anzahl solcher Einrichtungen vorzuhalten. „Was wir brauchen, ist eine Gesamtübersicht dieser Fernsprecheinrichtungen. Dann werden wir noch einmal beraten“, forderte Diekamp in der Sitzung.

Nach Recherchen unserer Zeitung gelten Telefonzellen als extrem unwirtschaftlich, wenn deren monatlicher Durchschnittsumsatz unter 50 Euro liegt. Diese öffentlichen Telefonzellen werden von der Telekom Schritt für Schritt abgebaut – sofern die Zustimmung der Gemeinde vorliegt.

Die sieben Telefonzellen, die auf der Telekom-Liste in der Stadt Lingen zum Abbau stehen, befinden sich am Langschmidtsweg 35, in der Burgstraße 28b, an der Kiesbergstraße 87, der Nordhorner Straße 15, am Altenlingener Weg 45, am Jägerplatz und am Forstweg 10.

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