Klagen über wenig Parkplätze Parken am Alten Friedhof in Lingen ist „chaotisch“

Hierhin: Da sollten nach Meinung der beiden vor Ort ansässigen Unternehmer Paul Hauschild (links) und Johannes Brand die neuen sechs bis acht Parkplätze eingerichtet werden. Foto: Burkhard MüllerHierhin: Da sollten nach Meinung der beiden vor Ort ansässigen Unternehmer Paul Hauschild (links) und Johannes Brand die neuen sechs bis acht Parkplätze eingerichtet werden. Foto: Burkhard Müller

Lingen. Für die Friedhofsgärtnerei Brand und für den Steinmetzbetrieb Hauschild ist die Parkplatzsituation am Alten Friedhof in Lingen nach wie vor völlig unbefriedigend.

Schon im Juni 2012 hatten sich unter anderem Hans Brand und Paul Hauschild in einer Sitzung des Verkehrsausschusses darüber beschwert, dass die Situation vor Ort, wo beide Unternehmen ansässig sind, „einfach nur noch chaotisch“ ist.

Besonders schlimm sei es im Frühjahr und im Herbst, wenn die Pflanzzeit beginne und die Angehörigen der Toten sich an die Grabpflege machten. Dann stünden die Autos in Zweier- und Dreierreihen und keiner komme mehr rein und raus. Zudem lehnten tagsüber bis zu 40 Fahrräder an der Buchenhecke vor den beiden Betrieben, und dann müsse man schon einmal tief Luft holen. „Dann wird es wirklich eng hier – nicht nur für uns, die in ihrem Geschäft eingeschränkt werden, sondern gerade für die Besucher des Friedhofs, die nicht mehr wissen, wie sie mit ihren Pflanzkörben und Schaufeln zu den Gräbern kommen sollen“, erläutert Brand. „ Daran hat sich bis dato nichts geändert“ , erklärten beide Firmenchefs auf Nachfrage unserer Zeitung am Dienstag.

Ein wenig geändert hatte sich aber schon etwas: Es wurden seitens der Stadt drei Parkplätze links vor der Brücke über dem Mühlenbach zusätzlich eingerichtet, und auch die Zeiten in der Parkbucht „Am Gasthausdamm“ wurden via Parkscheibe von zwei auf eine Stunde verkürzt.

Geholfen hat dies nicht sehr: Obwohl ein Schritt in die richtige Richtung, hätte sich die Situation nicht spürbar verbessert, und das Verkürzen der Parkzeit habe sich komplett kontraproduktiv ausgewirkt. Brand: „Die alten Leutc werden doch in einer Stunde nicht mit dem Bepflanzen eines Grabes fertig, und wenn sie noch einen Bekannten treffen und sich verquatschen, ist die Parkzeit schnell überschritten. Dann verdient nur noch die Stadt, weil die Politessen ruckzuck ihre Zettel an die Scheiben heften“, gibt der Firmenchef den Unmut der Friedhofsbesucher weiter.

Weitere Parkplätze?

Nach wie vor favorisieren Hauschild und Brand sechs bis acht neue Parkplätze im Bereich des Ehrenmals, ohne dass die Würde der Anlage Schaden nehmen müsse. Außerdem ließe sich vielleicht noch etwas am Stadtpark machen, der sowieso kaum genutzt werde.

„Nicht ganz so einfach“, schätzt Erster Stadtrat Ralf Büring auf Nachfrage unserer Zeitung die Situation vor Ort ein. „Es gilt, drei verschiedene Interessenlagen miteinander zu vereinbaren.“ Zum einen dürfe die pietätvolle Lage von Kapelle und Ehrenmal keinen Schaden nehmen; zum Zweiten müsse man die Wünsche der Friedhofsbesucher achten, und zum Dritten müssten die Gewerbetreibenden vor Ort ihren Geschäften nachgehen können.

Ein möglicher Kompromiss sei, nahe dem Ehrenmal zwei Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Menschen und zwei Kurzzeitparkplätze einzurichten. „Aber das ist nur ein Vorschlag, der vonseiten der Politik noch entschieden werden muss.“ Diesbezüglich sei man jetzt in der Entscheidungsfindung.

Auf die Frage, wann denn mit einer Entscheidung gerechnet werden könne, wollte der Erste Stadtrat keinen festen Zeitpunkt nennen. „Wir hoffen, dass das jetzt seinen Gang nimmt.“

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