Antrag Verwaltung abgelehnt CDU ist gegen Magerrasen in Darme


Lingen. Auf ausgesprochen wenig Gegenliebe bei der CDU-Fraktion der Stadt Lingen und der CDU-Fraktion im Ortsrat Darme stößt zurzeit ein Vorschlag der Lingener Stadtverwaltung, im Bereich des Kohschultenhofes in Darme einen ehemaligen „Sandtrockenrasen“ wieder zu entwickeln.

Die Gründe, die aus der Sicht der CDU dagegen sprechen, sind zahlreich und grün: Es müssten unter anderem viele Eichen und Birken abgeholzt sowie fruchtbarer Boden abgetragen werden, um dieses „Kleinod“ künstlich und mit rund 30000 Euro wieder in das zu verwandeln, was es einst war: ein trockener Sandrasen.

Deshalb haben sich jetzt vor Ort die CDU und seitens der Verwaltung Erster Stadtrat Ralf Büring zusammen mit Stadtbaurat Lothar Schreinemacher getroffen, um sich gemeinsam ein Bild von dem geplanten Projekt zu machen.

Nach Angaben der Verwaltung ist dieses Hotspot-Projekt – „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ bereits vom Bundesamt für Naturschutz und dem niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz geprüft, befürwortet und bewilligt worden.

Zum Projekt: Nach Angaben der Verwaltung hat sich Anfang der 90er-Jahre auf einer ehemaligen Ackerfläche im Bereich des Kohschultenhofes ein gesetzlich geschütztes Biotop in Form eines Sandtrockenrasens entwickelt. Während der nördliche Teil der Fläche in der Zeit nach 1995 kontinuierlich offen gehalten wurde, erfolgten im südlichen Teil, im jetzigen „Hotspot-Maßnahmengebiet“, keine Pflegemaßnahmen. Dem will man jetzt abhelfen.

Als Ziel nannte die Verwaltung eine Wiederherstellung des Sandtrockenrasens auf einer Fläche von etwa einem Hektar. Diese Fläche gliedert sich in einen südlichen und in einen nördlichen Teilbereich. Im Süden befindet sich ein verbuschtes Trockenrasenbiotop mit einigen älteren Bäumen, insbesondere Eichen, jüngerem Gehölzaufwuchs aus Birken, Eichen und Brombeere sowie größeren offenen Flächen. Alte, prägende Bäume im Randbereich dürfen stehen bleiben – der Rest kommt den Planungen zufolge weg. Zudem soll der Oberboden teilweise in einer Stärke von 20 Zentimetern abgetragen werden, um weiterem Wildwuchs, wie etwa durch die Traubenkirsche, entgegenzuwirken.

„Das ist doch niemandem zu erklären, dass wir hier Wald abholzen und guten Boden abtragen sollen, um einen künstlichen Trockenrasen herzustellen“, sagte Darmes Ortsbürgermeister Werner Hartke. Mit dem Verweis darauf, dass sich hier zwischenzeitlich der Steinkauz angesiedelt habe und man in Darme über nur wenig Wald verfüge, weil auch die weitere Entwicklung im Industriepark Süd abgewartet werden müsse, erklärte Hartke: „Der Ortsrat wird diesem Vorschlag der Verwaltung nicht zustimmen.“

Kopfschütteln auch bei der CDU-Fraktion des Stadtrates: „Wir haben hier ein jagdliches Kleinod, und das wollen wir künstlich zerstören?“, fragte Martin Koopmann in die Runde.

In die gleiche Kerbe schlug auch Uwe Hilling als Fraktionschef der CDU im Stadtrat: „Mit uns nicht“, erklärte Hilling mit drei Worten. Bei drei Enthaltungen wandte sich auch die CDU-Stadtratsfraktion noch vor Ort von dem Vorhaben ab.

Das Thema soll am kommenden Montag, 28. April, im Umweltausschuss der Stadt Lingen zusammen mit dem Ortsrat Darme weiter diskutiert werden.

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