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11.04.2014, 15:43 Uhr

Zum Hospiz in Thuine: Am Ende zählen andere Dinge

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Im St. Elisabeth-Krankenhaus in Thuine befindet sich das erste stationäre Hospiz im Emsland. Foto: Thomas PertzIm St. Elisabeth-Krankenhaus in Thuine befindet sich das erste stationäre Hospiz im Emsland. Foto: Thomas Pertz

Thuine. Am Ende werden andere Dinge zählen als die Breite des eigenen Chefsessels, die Größe des Autos oder die Glanzpunkte am Ringfinger: das Hospiz St.Veronika in Thuine ist deshalb nicht nur ein Ort der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase.

Es ist auch eine Aufforderung an jeden, die Messlatte des eigenen Lebens neu zu justieren, das ehrgeizige Streben nach immer höheren Zielen kritisch zu hinterfragen, das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden zu lernen.

Das Hospiz am St.-Elisabeth-Krankenhaus ist Ausdruck des christlichen Menschenbildes der Thuiner Franziskanerinnen. Der Betroffene ist nicht allein in einem Moment, den er sein Leben lang möglichst verdrängt hat.

Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass Spendenaufrufe für Einrichtungen, die mit Tod und Sterben zu tun haben, nicht so leicht Gehör finden. Es ist einfacher, die Geldbörse zu zücken, wenn etwas aufgebaut werden, wenn jemand wieder gesunden soll. Die Spende ist dabei nicht gleichzeitig Mahnung, über sein Leben nachzudenken.

Dem Hospiz und den Menschen, die es tragen, ist deshalb zu wünschen, dass sich viele Bürger ein Bild von der Einrichtung machen. Vielleicht werden sie diese selbst einmal brauchen. Ganz sicher hilft das Haus aber, den persönlichen Kompass neu auszurichten.


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