150 Meter von Wohnbebauung Tornado verliert Bombenattrappe über Wietmarschen

Eine Bombenattrappe dieser Art ging außerhalb von Nordhorn Range nieder. Foto: LuftwaffeEine Bombenattrappe dieser Art ging außerhalb von Nordhorn Range nieder. Foto: Luftwaffe

Wietmarschen. Bei einer Übung über Nordhorn-Range hat am Montag ein Tornado der Luftwaffe eine Bombenattrappe verloren, die 150 Meter von einer Wohnbebauung entfernt niederging. Die Stelle befindet sich rund zehn Kilometer entfernt von dem Übungsplatz und einen Kilometer vom Wietmarscher Ortskern. Es handele sich um einen „ungefährlichen Körper“ ohne Sprengstoff, so ein Sprecher.

Am Montag gegen 11.15 Uhr sei es bei einer Übung zur Darstellung von Bombenabwürfen zu dem Verlust gekommen. Der Acker eines Bauernhofes nahe der Gaststätte Heilemann an der Neuenhauser Straße in Wietmarschen wurde von der Polizei abgesichert, bis die Bundeswehr den Übungskörper barg. Der Luftwaffen-Sprecher bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Körper 150 Meter von Wohnbebauung und rund zehn Kilometer vom Übungsgelände einschlug. Wie es zu dem Verlust des Übungskörpers kam, sei noch unklar.

Wie die Luftwaffe weiter mitteilte, könne nach intensiven Auswertungen des Übungsverlaufes und des Abwurfverfahrens auf den Schießplatz Nordhorn sowie der Befragung der Piloten derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass bis zu zwei weitere Übungskörper in freiem Gelände niedergegangen sind. An- und Abflugverfahren bei entsprechenden Übungen sind nach Darstellung der Luftwaffe allerdings so festgelegt, dass bewohntes Gebiet weitestgehend vermieden wird.

Es handelt sich um blaue Übungskörper aus Metall mit weißer Beschriftung, circa 60 Zentimeter lang und 10 Zentimeter im Durchmesser. Zur Darstellung eines Treffers im Zielgebiet sei eine Kartusche enthalten, die durch Rauch und roten Feuerstrahl den Aufschlagpunkt markiert. Die Luftwaffe geht davon aus, dass die entsprechenden Kartuschen bereits gezündet haben und deshalb von ihnen grundsätzlich keine Gefahr mehr ausgeht. Trotzdem wird die Bevölkerung gebeten, bei möglichem Fund eines entsprechenden Übungskörpers diesen nicht zu berühren, sondern Polizei oder Feuerwehr (112 oder 110) zu verständigen .

„Bislang haben wir keinerlei Rückmeldungen über Schäden“, berichtete der Luftwaffen-Sprecher auf Anfrage. Die Bundeswehr suche zwar nach den Körpern, eine groß angelegte Aktion etwa mit Metalldetektoren gebe es jedoch nicht. Denn sollten weitere Körper außerhalb des Übungsplatzes zum Beispiel im Wald niedergegangen sein, so würden diese im Boden „versinken“. „Zu finden sind sie dann kaum noch“, meinte der Sprecher.


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